Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 94 (sequence 14)
- Language
- German
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94 Am heutigen Reich. schieden verschließen müßten, wenn üjutm nicht die Partei utelji' gelten unirbq als das Barerland. Wie in Rußland so leiden auch anderwärts die im Auslande sich au schattenden Deutschen nicht, weil die in ihren Wohnorten ansässigen wenigen Juden von altersher deutsche Sprache und Sitte pflegen, sondern diesen Juden wird säst nur ihre treue Anhänglichkeit an das deutsche Wesen von den slavischen Völkern verargt, bei denen der Deutschenhaß weit tiefer zu sitzen scheint als der Antisemitismus. Am schwersten empfinden dies die Juden in den deutschen Ostmarken und kaum minder in (De)texxextf)=lXngaxn, wo unter Czechen und Magyaren die Juden geschäftLich und gesellschaftlich eine erträgliche Stellung hatten, so lange sie sich nicht als Pioniere des Deutschtums bemerklich machten. Diese Stellung hat sich infolge der lebhaften Parteinahme der Juden für das dort durch den Zwist im eigenen Lager im Rückgänge befindliche deutsche Element in dem letzten Jahrzehnt wesentlich verschlechtert. In seinem Weihnachtsartikel schrieb das Brünner Czechenblatt über die politische Haltung der Juden: „Es gab Zeiten, da die Juden schon auf dem Sprunge waren, sich ein für allemal von den deutschen Parteien deren Antisemitismus halber abzuwenden. Der unglückliche Mord in Polna hat die Juden wieder der deutscher: Sache geneigter gemacht. Die deutschen Antisemiten haben für ihre Zwecke aus dem Morde von Polna — einen Ritualmord konstruiert, aber die Feindschaft der Inden hat sich ausschließlich gegen die Czechen gekehrt. Die ezechische Boykott- Bewegung gegen deutsche Fabrikanten und Kaufleute in Böhmen nimmt noch immer ihren Fortgang und trifft die jüdischen Geschäftsleute besonders schwer. Aber mit den Juden wird nicht nur in Böhmen das Deutschtum geschädigt, sondern auch in Wien vergrößert sich beständig der Schaden, den diese schöne Stadt durch den czechischen Fanatismus und den deutschen Antisemitismus erleidet. - Selbst ein Antisemitenblatt bekannte kürzlich, „Die Losung des Wiener Bürgermeisters Di'. Lueger: „Laßds mir meine Böhm in Ruh!" findet fein Echo mehr im Volke - sie ist heute veraltet, und die herrschende Partei wird entweder aus die Wahlstimmen der Czechen verzichten müssen, oder sie kommt in einen Gegensatz zur