Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 90

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-02-01
Page
90 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316779-2316782--18722-2341294
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

90 Im deutschen Reich. jüdischen Militärärzte ihn nur mit Verachtung strafen oder sich darauf verlassen werden, daß die ihnen Vorgesetzte Militärbehörde für sie ebenso eintreten werde, wie vor Jahren ein Preußischer Kriegsminister in einem Falle vorgegangen ist, in dem einige jüdische Einjährig-Freiwillige durch ein Antisemitenblatt verleumdet wurden. Erscheint Herrn Dr. Ritschte ein ähnliches, von anderer Seite mit Recht erwartetes Vorgehen der Behörden jetzt unglaublich, so ist dies Wohl zum Teil die Schuld einzelner antisemitischer Organe, insbesondere der „Deutschen Tageszeitung", über deren Anslassungen sich die „Freisinnige Zeitung" wie folgt äußert: „Die „Deutsche Tageszeitung" findet den traurigen Mut, an der bündigen Erklärung des Kriegsministers v. Einem, betreffs der j ü d i s ch e n Mi l i t ä r - ärzte, herumzumäkeln und es so darzustellen, als ob die Aeußerung des Kriegsministers vollständig beweislos sei. Das BündlerblaLL klammert sich daran an, daß Herr v. (Sutern bcn Bescheid gegeben habe, Falle von Durchstechereien jüdischer Militärärzte aus Anlaß der Rekrutierungsgeschäfte seien ihm „aus seinem Geschäftsbereich" nicht bekannt geworden, und meint, „daß der Bescheid des jetzigen Kriegsministers für eine Behauptung über Dinge, die länger als ein Men scheu alter zurückliegen würden, nicht in Betracht kommt." Die „Dtsch. Tagesztg." hat schon einmal den Versuch gemacht, eine gegen den Antisemitismus im Offizierkorps gerichtete Kabinettsorder falsch zu interpretieren, indem sie behauptete, das darin vorkommende Wort ,.Konfession" beweise, daß die Kabinettsorder nur Won christlichen Offizieren rede. Durch die Abfuhr, die sich das Organ des der Landwirte bei jener Gelegenheit geholt hat, ist es aber nicht klüger geworden, sondern sucht jetzt den klaren Wortsinn zu verdrehen. Wenn der Kriegsminister gesagt hätte, ihm seien aus seiner „Amtszeit" nicht Fälle von Durchstechereien jüdischer Militärärzte bekannt geworden, dann hätte die antisemitische Presse immerhin noch einigen Anlaß zu sophirischen Auslegungen. Da aber Herr v. Einem ausdrücklich von seinem ..Geschäftsbereich" spricht, also von dem Ressort des Kriegsministeriums überhaupt o h n e i e d e zeitliche Be s ch r ä n - k u n g , so gibt e s h i e r s ch l e ch t e r d i n g s kein en S cb l u P f w i n k e l, in den sich die Gegner de s st n d e n t n m s z n r n ck z i e Heu k ö n n e n. Wenn die Herren

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.