Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 84 (sequence 4)
- Language
- German
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K4 Im deutschen Reich. kämpfen ebenfalls das Möglichste geleistet haben. Trotzdem ist es den Christlich-Sozialen nicht gelungen, den Adoptiv- Schwiegersohn Stöckers gleich im ersten Wahlgang durchzubringen. Mumm erhielt zwar 13 428 Stimmen, aber der Nationalliberale Vogel 7815, der Freisinnige Nutschke 4176, der Zentrumskandidat Dr. Scharmitzel 3046, der Sozialdemokrat Godowsky 1694 und der Kandidat der christlich-nationalen Arbeiterpartei Schneider 959, so daß Stichwahl zwischen dem nationalliberalen Berghauptmann Vogel und dem Christlich-Sozialen Mumm stattfinden und das Zentrum das Zünglein an der Wage bilden mußte. Bei der Stichwahl am 22. Januar wurden für Vogel 17 924, für Lic. Mumm nur 15 700 Stimmen abgegeben - der Nationalliberale war demnach gewählt und das Mandat der Domäne Stöckers für die Christlich-Sozialen verloren. Daß wir bei diesem Wahlkampf in geeigneter Weise tätig waren, ist selbstverständlich. Daß die Stimmen des Zentrums für Mumm nicht zu haben waren, verleiht der Entscheidung eine erhöhte Wichtigkeit. Obgleich die christlichsozialen Agitatoren ihre judenfeindlichen Tendenzen weniger betont haben als die angebliche „Irreligiosität der Liberalen", ist der Wahlausfall für uns Juden keineswegs gleichgültig, weil es unsere Sache ganz erheblich schädigen würde, wenn die Anhänger Stöckers es dahin brachten, das Zentrum aus seiner isolierten Stellung herauszulocken und mit dem Beistand dieser mächtigen politischen Partei die von den „Tivoli-Konservativen" und Deutsch-Sozialen erstrebte politische und klerikale Reaktion in pxenfeen nctd? österreichischem Vorbild im christlich-sozialen Sinne herbeizuführen. Es ist bemerkenswert, daß als Wanderredner der „k o n s e r v a t i v c n O r g a n i s a t i o n f i\ r. die Pro - v i u zBra n d e n b u r g" jetzt fast ausschließlich frühere A g i - t a t o r e n der antisemitischen Parteie n tätig sind. Neben dem ehemaligen „Staatsbürger-Zeitungs"-Redakteur, K o it r a h Döri n g , und einem der Hauptvorkämpfer der Stoeckerschen „Berliner Bewegung", M an n e s , arbeitet neuerdings auch vr. Böckel, der frühere antisemitische Reichstagsabgeordnete und ehernalige „hessische Bauernkönig" für die konservative Provinzialorganisation. Der frühere Redakteur der „Deutschen Hochwacht", Hübbe, der einst unter der