Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1909)
- Article
- Kriminalpolitik, Medizinalstatistik und Antisemitismus
- Date
- 1909-02-01
- Page
- 71 (sequence 4)
- Language
- German
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M'nimnaiuolitU, :l> iV ft i 5 i; ni l) la i i j i i r und xHniifninjwnms. 511 wenig, in Apolda 48 über das Mattel hilraus geboren, worden. Das Dorf Afchenhauseu, bei Frankenheim gelegen, hat nur 34 pro Mille. Esi st e i u e St 0 l 0 u i e j ii discher Bieh h ä n d I e r. Ein gr 0 ß e r T eil aller l and - w i r t s ch a f t l i ch e n Arbeitstiere i n d e r sti l; i5 n i st deuselbe n verpfändet u 11 8 arbeitet für s i e^)." II. Untersuchen Nur die einzelnen Behauptungen auf deu Grad ihrer wissenschaftlichen Präzision, so ergibt sich folgendes: Kleemann sucht das Eindringen zahlreicher jüdischer Aussprüche in die Gaunersprache dadurch zu erklären, 1. daß der jüdische Trödler der Hehler des Diebes sei, 2. baß dann durch diese G e m e i n ) a m f e i i der Kerb r e ch ens - begehung jüdische Ausdrücke in die Gaunersprache übergegangen wären. Da hier nur von dem Vergehen des Diebstahls die Rede ist, muß der Autor wohl annehmen, die Diebstähle bezw. die durch Juden betriebene Hehlerei seien derartig zahlreich in der Vergangenheit vorgekommen, daß beide Delikte dem gesamten Verbrechertum auf allen Gebieten der Verbrechensmöglichkeit einen Stempel hätten aufdrücken können. Kleemann muß glauben, daß in der Vergangenheit — denn die Gaunersprache ist ja Jahrhunderte alt — die Mitwirkung der Juden an den Verbrechen gegen das Rechtsgut des Eigentums und überhaupt die Zahl dieser Verbrechen so groß gewesen ist, daß die Verfehlungen gegen alle übrigen Rechtsgüter, Ehre, körperliche Integrität usw. völlig außer acht gelassen werden könnten. Für eine solche Voraussetzung fehlt jeder wissenschaftliche Anhaltspunkt; sie ist einfach absurd. Es handelt sich um ein Räsonnement, das aus der antisemitischen Parteiliteratur übernommen wird, ohne irgendwie auf seinen Wahrheitsgehalt geprüft zu werden. Denn ernstlich kann man nicht annehmen, daß die Verbindung jüdischer Hehler mit nichtjüdischen Dieben einen kriminalpolitisch nur halbwegs festgestellten Regelfall bildet, dann aber, wäre dies ch Der Autor sagt nicht genau, weshalb er die erwähnte Bemerkung einfließen läßt, er will aber damit offenbar darauf Hinweisen, daß reiche Orte eine vielfach geringe Geburtenziffer haben.