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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 70

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Kriminalpolitik, Medizinalstatistik und Antisemitismus
Date
1909-02-01
Page
70 (sequence 3)
Language
German
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70 Im deutschen Reich. an. Dem entspricht es, daß von unseren 1920 Korrigendinnen nur sechs Jüdinnen sind. Es könnte das um so mehr befremden^ als die Juden einen großen Teil der Berufe stellen, die im Umherziehen betrieben werden intb deren Beziehung zur Vagabondage oft reckt orüm zutage liegt. Auf der anderen Seite ist ja die Sinnlichkeit bei den Israeliten als altes Erbteil ihrer orientalischen Herkunft sehr ausgeprägt, wie sich das schon in ihrer ver h ä l t n i s m ä ß i g recht st a r k e n Beteiligung an der P r o st i t u t i o n a u s sp ri ch t. Der Widerspruch löst fiel 5'uu Teil schon dadurch, daß dem Arbeitshause nicht die Pruu'tituierten überhaupt verfallen, sondern dieienigen. welcke die bestehenden Vorschriften übertreten. Bei der Intelligenz, die den meisten Jüdinnen zu Gebote steht. bei der Geriebenheit, diesie auszeichnet, ist die Annahme gar nicht zu sernliegend, daß sie es eher wie ihre christlichen Berufsgenossinnen verstehen, entweder im Einklänge mit diesen Vorschriften zu bleiben oder, wenn sie doch straffällig geworden sein sollten, der Polizei eher Sand in die Au q en zu [treuen vermögen. Und ebenso könnte man sich denken, daß, wenn bei ihnen der Drang zum Laudstreicheu vorhanden sein sollte, sie aerade durch einen dieser Pseudovagabundenberufe diesem Triebe ein geseßliches Mäntelchen nmhängen können. Ausschlag g e b e it b ist allerdings meiner Ansicht nach wieder die geringe Abhängigkeit vom Alkohol. Es ist bekannt, daß die Juden überhaupt weniger dem Alkoholmißbrauche huldigen, und erwägt man, daß gerade in den Übertretungen. die der § 31 dem Arbeitshause zuführt, dem Alkohol eine weitgehende ätiologische Bedeutung eingeräumt werden muß. so wird man eben in dieser Unabhängigkeit vom Alkohol das Hauptmotiv ihres Fernbleibens von der Korrektionsanstalt sehen. Selbst in den Akten unserer sechs jüdischen Korrigendinnen fand sich kein Anhaltspunkt dafür. daß sie sich der Mäßigkeit entfremdet hätten." 3. Geheimrat Pfeiffer läßt in feine Betrachtungen über die Säuglingssterblichkeit in Thüringen folgende Bemerkungen einfließen: ,,Es sind demnach in Weimar tm Jahre 237 Kinder

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