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Im deutschen Reich · 1909-02-01 · Heft 2 (Februar 1909) · p. 72

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 2 (Februar 1909)
Article
Kriminalpolitik, Medizinalstatistik und Antisemitismus
Date
1909-02-01
Page
72 (sequence 5)
Language
German
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1‘j. - deutschen Neich. sogar der Fall, müßten Diebstahl und Hehlerei so ziemlich das ganze Gebiet der Straftaten umfassen. Wenn der Verfasser nicht in der Lage war, ausführlich die Gründe für das Vorkommen hebräischer Ausdrücke in der Gaunersprache zu untersuchen, so wäre es besser gewesen, sich eines Urteils zu enthalten. Aehnlich steht es mit den Ausführungen. Mönkemöllers. Daß die Jüdinnen von Deutschland — und nur von D eu ts ch l an d ist in dem Aufsatz die Rede — eine starke Beteiligung zu der Prostitution stellen, wird einfach vorausgesetzt, ohne daß dafür ein Beweis vorliegt. Auf der einen Seite stellt Mönkemöller fest,, daß die Bestrafung der Jüdinnen in bezug auf die Uebertretungen des Z 361 sehr gering sind. Die logische Schlußfolgerung der von Mönkemöller selbst anerkannten Voraussetzung wäre die, daß die Juden eben an der Prostitution in Deutschland gering beteiligt sein müssen. Das darf aber keinesfalls so fein. Wenn auch die einzig wissenschaftlich faßbare Quelle, nämlich die Statistik, auf das Gegenteil hindeutet, so muß dieses Gegenteil sich doch anders verhalten. Der Jude muß schlecht sein! Wenn Herr Mönkemöller sich in unseren Großstädten umsteht, wird er merken, daß gerade jüdische Elemente relativ wenig der Prostitution verfallen sind. In Osteuropa ist das leider anders; diese Verhältnisse mögen dem Verfasser vorgeschwebt haben. Seine Ausführungen beziehen sich aber nur auf deutsche Verhältnisse. Um nun das von ihm gewollte Resultat zu erlangen, muß sich der Autor mit der Redensart von der „jüdischen Geriebenheit" begnügen. Wie soll sich denn diese Geriebenheit äußern? Die Schwäche seiner Stellung merkt auch der Verfasser, denn er schreibt selbst, daß das ausschlagge b e n d e Moment in der geringeren Abhängigkeit des jüdischen Bevölkerungsteils vom Alkohol erblickt wird. Wenn man ein Moment als ausschlaggebend erachtet, so ist es höchst unwissenschaftlich, auf allgemeine Behauptungen zu kommen, die andere verdächtigen, ohne eine greifbare Unterlage zu haben. Am schlimmsten von allen Fällen steht es mit der Behauptung des Aufsatzes in, den „Korrespondenz-Blättern des allgemeinen ärztlichen Vereins für Thüringen". In diesen Ausführungen ist den jüdischen Bewohnern von Aschenhausen nachgesagt, daß sie ihr Brot großenteils durch das Frönen der

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