Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 41 (sequence 10)
- Language
- German
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Korrespondenzen^ \ i in. der rumänischen Regierung stets zwei Parteien abwechselten: Liberale und Konservative, hat sich jetzt ein Teil der Bevölkerung zu einer dritten Partei unter dem Namen: „Jungliberale^ zusammengefunden. Der Hauptpunkt des neuen Parteiprogrannus ist die Einführung des „allgemeinen Wahlrechts!" Ist bis jetzt auch wenig Aussicht, daß diese Partei hierin einen Erfolg erzielen wird, da „Liberale" und „Konservative" diese Forderung wütend bekämpfen - so ist der Anfang einer solchen Agitation der „B o l l r u m ä n e n" doch schon als leise Besserung in den politischen Verhältnissen freudig zu begrüßen. Die zurzeit im Besitz der politischen Macht befindlichen Liberalen nehmen niemals Fremde in den Staatsverband auf — selbst Leute, nicht, die hier geboren sind, hier gedient haben, hier erzogen wurden, auch christlicher Koufessiou sind —, wenn sie nur den einen Fehler haben, daß ihre Eltern eingewanderte Deutsche, Oesterreicher, Ungarn oder Siebenbürger Sachsen waren. Einer meiner Bekannten evangelischer Konfession hat schon vor zehn Jahren seine Ausnahme beantragt; der Senat war dafür, aber die Kammer läßt ihn zur Abstimmung vorläufig nicht zu, weil die die Majorität bildenden Liberalen keinen Fremden mehr aufnehmen. Wie lächerlich! Der Mann ist hier geboren, hier Soldat gewesen, hier erzogen, dazu christlicher Konfession — bleibt, aber „Fremder"! Nun können Sie sich denken, wie es den Juden ergeht, selbst denen, die hier geboren und erzogen sind, gedient haben und schon vor 25 Jahren darum eingekommen sind, Rumänen zu werden! Viele helfen sich jetzt dadurch, daß sie die Staatsbürgerschaft einer andern Nation erwerben und dadurch viel angesehener werden, z. B. die, die Franzosen geworden sind! Jetzt plant man einen großen Boykott aller österreichisch-ungarischen Erzeugnisse, einesteils weil man das rumänische Vieh nicht mehr auf Drängen der k. k. Agrarier dort einsühren darf, und andererseits, weil der ungarische Staat im neuen Wahlgesetz den 300000 Rumänen in Ungarn nur ein Zehntel Stimme bewilligt. (Weil alle Anaphabeten nur ein Zehntel Stimme bekommen, darunter auch selbst Ungarn;