Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 40 (sequence 9)
- Language
- German
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40 I'.n dewschen Reich. getischer Werke und eines bezüglichen Archivs in Aussicht genommen, nicht nur die Sammlung aller größeren Werke, sondern auch solcher Flugschriften und in Zeitschriften veröffentlichter Abhandlungen beschlossen, die geeignet sind, die Juden darüber zu belehren, welche Schätze sie besitzen, die zum Teil noch unbeachtet geblieben sind. Das Archiv soll auch eine Sammlung von Lebensbeschreibungen und Charakteristiken der Männer und Frauen enthalten, die sich in den Dienst der Aufgaben und Interessen des Judentums gestellt oder eine ausgedehnte soziale und gemeinnützige Tätigkeit entfaltet haben. Die Aufgabe der jüdischen Apologetik kennzeichnet I. Efchelbacher mit den Worten: „Die redliche Apologetik ist keine Kunst, keine Verteidigung der übernommenen Aufgabe um jeden Preis, kein einseitiges Lichtbild gegenüber einem Schattenbilde, sondern die Rechtfertigung des zu Unrecht Beschuldigten, die Darstellung des wirklichen Wertes der vertretenen Sache, die Würdigung des Verkannten oder nicht genügend Beachteten." — Dem hiesigen „Deutschen Bureau der „Alliance israelite universelle“' ist aus Bukarest mitgeieilt worden, daß der dortige Kassationshof den sogenannten „Judeneid" (more judaico) für unzulässig erklärt habe. Dr. Niemierower, der Oberrabbiner von Jassy, war von dem Gericht zu Jassy zu einer Buße von 50 Francs verurteilt worden, weil er sich geweigert hatte, bei der Abnahme des Eides ,,morc judaico“ mitzuwirken. Gegen diese Verurteilung hatte Dr. Niemierower Berufung eingelegt. Die Angelegenheit kam vor die erste Abteilung des Bukarester Kassationshofs. Dieser entschied dahin, daß der Eid ..rnore judaico" den Israeliten nicht auferlegt werden dürfe, da die von dem Bürgerlichen Gesetzbuch vorgesehene gewöhnliche Formel vollkommen ausreichend sei. Für die Sache des Dr. Niemierower batte der frühere Minister, Rechtsanwalt Difsescu, plädiert. P. Von einem zurzeit in Rumänien weilenden Berliner Ceutral-Vereinsmitglied ist uns nachstehendes aus Bukarest vom 5. Dezember datiertes Schreiben zugegangen: Von diesem Lande möchte ich einige Neuigkeiten berichten; dem: ich meine, es habe für uns Interesse, wenn hier auch nur die allerkleinste Besserung in der Lage unserer rumänischen Gsan'lnmsgenossen zu verzeichnen ist. Während bisher sich