Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 39 (sequence 8)
- Language
- German
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Korrespondenzen. f 39 lich von ein- und rückwandernden armen Glaubensgenossen aus Rußland, Galizien und Rumänien bedeuten. — Einer Anregung des Berliner Lokalkomitees folgend, hat der Vorstand der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem bei Hannover seine Kuratoriums- Sitzung kürzlich in Berlin abgehalten. Die von Herrn Louis Rosenbauw geleitete Versammlung, für die Herr M. Zuckermann aus Hannover einen Bortrag über „Verbreitung von Gärtnerei, Ackerbau und Handwerk unter den Juden" zugesagt hatte, war ungewöhnlich zahlreich besucht. Der Vortragende hob zunächst hervor, daß Ahlem nach den leitenden Grundsätzen des Konsuls Simon keine Wohltätigkeitsanstalt sei, sondern einer sozialen Idee dienen solle. Mit Bezug hieraus schilderte der Redner die in Ahlem betätigten Erziehungsmethoden und deren Erfolge. An den Vortrag schloß sich eine angeregte Debatte, in deren Verlauf Herr v. Gerlach die Wirksamkeit der Anstalt Ahlem hauptsächlich vom politischen Standpunkte aus beleuchtete. Er meinte, daß die stärkere Beteiligung der Juden an der Bearbeitung des Bodens von höchster Wichtigkeit sei. Herr Dr. Hey mann würdigte die Ziele der Anstalt in Bezug auf die Heranbildung eines qualifizierten Menschenmaterials als Pioniere für jüdische Kolonisationsbestrebungen. An der weiteren Diskussion beteiligten sich u. a. die Herren Rosenow und Redakteur Curt Bürger. Es wurde dann noch der Prospekt einer neuen Abteilung der Anstalt „Haushaltungsschule für jüdische junge Mädchen aus bürgerlichen Kreisen" verteilt, der bei den zahlreich anwesenden Damen ein lebhaftes Interesse erregte. In das Kuratorium neu gewählt wurden die Herren Rechtsanwalt Bärwald-Frankfurt a. M., Siegfried Brünn-Berlin, Dr. mecl. Hirsch-Hannover und Syndikus Dr. Katz-Hannover. — In der Oktob e r-Nu nun er des „Korrespondenzblattes des Verbandes der deutschen Juden" hat Rabbiner Dr. I. Esche l b a ch e r einen: Artikel über „D i e A u f g a b e n ein e r j üd i s ch e n Apologet i k"veröffentlicht und dabei dargelegt, wie der Verband der deutschen Juden sich bemüht, dem mehrfach zum Ausdruck gebrachten Wunsch der Beschaffung einer systematischen Apologetik des Judentums nach Möglichkeit zu erfüllen. Es wurde die Errichtung einer Bibliothek apolo-