Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 38 (sequence 7)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. haben Sie es um nicht erleichtert, Ihnen meinen Standpunkt darzulegen. Ich habe natürlich die Zahlenverhältnisse genau studiert und weiß selbst, daß die jü d i s chen Stimmen für den Sieg der deutschen Sache ein dringend erwünschter Zuwachs, alle r V o r a u s si ch t n ach s o g a r absolut nötig sind. Was ich aber am tneisten vermeiden möchte, das ist, auch nur den Anschein zu erwecken, als ginge ich mit Aeußerungen, die meiner Ansicht nicht voll entsprechen, auf Stimmenfang. Ich sagte, was ich denke, und überlasse es meinen Wählern, ihr Verhalten nach ihren politische!! Ansichten und ihrem nationalen Gewissen einzurichten. Nur so bitte ich auch die eingangs abgegebene Erklärung aufzufassen./' — Wie der „Jüdischen Presse" berichtet wird, erhielten bei der diesmaligen Wahl der studentischen Vertreter zur Akademischen Lesehalle die jüdischen Korporationen 140 und die Freie wissenschaftliche Vereinigung 171 Stimmen. Infolgedessen kann jede Gruppe nur einen Vertreter bestellen, während sie beim Zusammengehen mehr als 300 Stimmen besessen und drei Vertreter in das Direktorium entsandt hätten. Da die vom antisemitischen Verein deutscher Studenten geführten sogen, „nationalen Gruppen" 612 Stimmen erhielten, entsenden sie sechs Mitglieder in das Direktorium. Sämtliche andern Gruppen (außer den genannten noch die „Freie Verwaltungspartei" und die katholischen Körperschaften) weisen zusammen sechs Vertreter aus. Wären die beiden zuerst genannten Vereinigungen zusammengegangen, so hätte die Opposition gegen die Antisemiten die Mehrheit erreicht, während heute Stimmengleichheit besteht und der Vorsitz der stärksten Gruppe, nämlich der sogen, „nationalen", zugefallen ist. — Die Großloge sür Deutschland VIII U. O. B. B. hat beschlossen, zunächst in den Logenstädten humanitäre Arbeitsnachweise bezw. entsprechende Komitees zu errichten. Den deutschen Logen sind bereits diesbezügliche Vorschläge und ein Organisationsplan unterbreitet worden. Dieser Beschluß wird hoffentlich für viele Glaubensgenossen segensreich wixken und einen wesentlichen Faktor in der Einschränkung des Wanderbettels nament-