Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 37 (sequence 6)
- Language
- German
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KorrejpondenM bmä gebracht, daß ich bei den Berechuattgeu der Wahistinnner? den katholischen Wählern die nichtkatholischerr und nicht -wie Die meinen —- die evangelischen gegenübergestellt habe. Den Grund, weshalb ich diese Ausführungen nicht gemacht habe, wollen Sie gefälligst aus demjenigen Teil meiner Rede ersehen, in dem ich über mein Verhältnis zur katholischen -toll session sprach. Ich sagte da, die mm mir ausgesprochenen Grün d s ä tz e religiös e r T o l e r a u z feie n m i r s o i n K l e i s ch u n b 33 i. n t überge g a rr g e n , daß ich es eigentlich für überflüssig gehalten harte, so ausführlich darüber zu reden. Letzteres täte ich nur, weil ich bestimmt annehmen müßte, daß ich von polnischer Seite in agitatorischer 'Absicht als Gegner der katholischen .Kirche hingestellt werden würde. - Ich habe nun —• das muß, ich Ihnen offen sagen — nicht geglaubt, daß nach meiner Tätigkeit als Landrat und nach meiner Stellungnahme in den Wahlkämpfen der neunziger Iahre, die wir ja zusammen durchgewacht haben, Zweifel über meine Haltung zum Judentum vorhanden sein würden. Deshalb glaubte ich, es vermeiden zu können, diese Frage auszurollen. .Ich wollte möglichst nicht Gegensätze zum Leben erwecken, von deren Bestehen der dortige Wahlkreis in früheren Jahren genügende Proben geliefert hat und die mir dieses Mal zu meiner Freude unter der Decke zu schlummern, vielleicht ganz im Entschwinden begriffen zu sein schienen. Herr- Andres hatte in Unruhstadt gesagt: Er und seine Freunde seien ja auch Antisemiten, aber doch mehr in dem Sinne, daß sie von der Judensrage nicht reden, sie also nicht in den Vordergrund stellen wollten. In Wöllstein sprach er überhaupt nicht davon. Ich freue mich in der kampsdurchtobten Provinz über jedes Symptom des Friedens, so daß ich alles ängstlich vermeiden möchte, was — wenn auch in guter Absicht — Gegensätze aufleben lassen könnte. Deshalb wollte ich in dieser Frage den Angriff einer Interpellation abwarten und habe mich dabei, wie ich aus' Ihrem Briefe ersehe, nur insOsern getäuscht, als ich bei Ihnen und Ihren Freunden nach meiner Vergangenheit ein größeres Vertrauen glaubte voraussetzen zu können, als Sie mir entgegengebracht haben. Und noch ein offenes Wort müssen Sie mir gestatren: Dadurch, daß Sie in Ihrem Brief mir Vorhalten, daß die Juden im Wahlkreise etwa über 600 Stimmen verfügen,