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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 35

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
Berlin
Date
1909-01-01
Page
35 (sequence 4)
Language
German
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Korrespondenzen. letzte Sitzung des Gesamtvorstandes meldet, aus der Organisation der Resormpartei a u s g e s ch i e d e n, während gleichzeitig der Deutsche Antisemit-enbund um Aufnahme in die Organisarion nachgesucht hat. Beide Ereignisse stehen. in. einem kausalen Zusammenhänge. Bruhn, der langjährige Borsitzende des Deutschen AnLisemiten-Bund-es, war vor einiger Zeit mit der Mehrheit der Vereinsmitglieder in scharfen Konflikt geraten — ein Borstandsmitglied sprach damals in der „Staatsbürgerztg." von „Unstimmig keiten" in der Kaffe n - führung — und wurde infolgedessen nicht wiedergewählt. Man darf wohl annehmen, daß Bruhn nunmehr auch seinen Austritt aus der Reichstagsfrakrion der Reformstartei erklärt." — Nachstehende redaktionelle Erklärung ist in der Nummer 9 der „Zeitschrift für S ch u l g e s u n b h eitspfleg e" veröffentlicht worden: „In seinem Aufsatz (Heft 7, S. 340) „Ein Nachwort zur D a r m st ä b t e x V e r f a m m l n n g des Deutschen Vereins für Schulgesundheitspslege" hat vr. M o s e s i n M a n n - heim ausgeführt, ihm sei das Referat über das Thema der Mädchenfchülhygiene nach mündlicher Mitteilung des Herrn Professors Di*. Griesbach vom Vorstände des Vereins deshalb nicht übertragen worden, weil man an feinem alttestamentarischen Namen Anstoß genommen habe. Es sei in der Vorstandssitzung sogar erklärt worden, daß das preußische M i n i st e r t u nx auf keinen Fall in Darmstadt sich vertreten lassen würde, wenn sein Name als Referent auf der Tagesordnung stände. Wir sind nicht in der Lage, prüfen zu können, ob der Vorstand tatsächlich eine solche Ansicht ausgesprochen hat und wodurch er sie hat begründen wollen. Denn fest steht doch, was Herr Or. Moses selbst schon zutreffend bemerkt hat, daß preußische Ministerialvertreter sehr häufig an Versammlungen teilnehmen, auf denen Herren mit alttestamentarischen Namen Referate zu erstatten haben, und deshalb würde gewiß auch die Betätigung eines als tü ch ti g b e k an n t e n S ch ul h y g i eni k e r s, w i e d e s Or. W o s es, als Referenten kein Hindernis für die Beteiligung der preußischen Ministerien geboten haben. Unseres Erachtens dürften die Gründe, weshalb die Versammlung des Deutschen Vereins für Schülgesundheitspflege nur selten von dem am nächsten interessierten preußischen Ministe-

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