Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 34 (sequence 3)
- Language
- German
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34 Jrn deutschen Reich. Paß-Borschriften für deutsche Aerzte mosaisch e n Glaubens mit denen für die übrigen Aerzte erwirken zu wollen." — Diesem Antrag haben sich bereits mehrere andere AerzLekammern, so die für Berlin-Brandenburg und die für Schlesien, angeschlossen. Wir kommen auf die interessanten Verhandlungen noch ausführlicher zurück, wenn die stenographischen Berichte vorliegen. — Wegen seines Eifers für die Doppelwährung ist bisher dem Abg. Arendt, der in der ReichsparLei und unter den Freikonservativen großen Einfluß besitzt, von den Antisemiten seine jüdische Abstammung nicht angerechnet worden: sie haben ihn sogar stellenweise mit besonderer Freundlichkeit behandelt. Insbesondere würdigte ihn der starke Mann der agrarischen Zirkus - Busch - Versammlungen, der Abg. Liebermann-Sonnenb'erg seiner Freundschaft, nicht weil, sondern trotzdem auch seine Ahnen kaum wohl mit Gottfried v. Bouillon nach Palästina gekommen sind. Aber diese Freundschaft scheint offenbar durch die von dem Abg. Arendt an den drei neuen Reichstagsgemälden geübte Kritik in die Brüche gegangen zu sein, da in dem Organ Liebermanns, den „Deutsch-sozialen Blättern", Arendt in folgender Weise abgekanzelt wird: „Mit einigem Befremden erblicken wir in den Reihen der modernen Bilderstürmer auch Herrn vr. Arendt, M. d. R. und Vorsitzender der Reichsp artet. Es ist bei ihm hoffentlich nicht die Stimme des un deutschen Blutes, die ihn verlockt, den Maler mit recht groben Worten herunterzureißen. Man kann ein treuer Bimetallist sein und dabei wenig Kunstgefühl besitzen. Dann soll uran allerdings so klug sein und d e n M u n d h a l t e n." — Daß der Massenantisemitismus Liebermanns gerade Arendt gegenüber zu einem so drastischen Ausbruch gelangt, ist mindestens erheiternd. Eigentlich müßte der Abg. Arendt, nachdem ihm sein antisenritischer Freund so höflich anempfohlen, den Mund zu halten, sich mit der Goldwährung befreunden, denn Rede n ist S i l b e r, Sch w eigen Gold! — Die „Berliner Volkszeitung" bringt unter der Ueberschrift „Anrisemitische Unstimmigkeiten" nachstehende Mitteilung: „Bei den Antisemiten gibt es -nieder einmal einen Skandal. Der Reichstagsabgeorduete Wilhelm Bruhn ist, wie das offizielle Organ der Partei in einem Bericht über die