Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Berlin
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 33 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. Dr. Sintern urtb Adolf Bartels ohne irgendwelche jüdische Protektion die größten Männer des 20. Jahrhunderts geworden sind. Sie verweist nur auf Bismarck und Richard Wagner, die ihren Ruhm den Juden nicht verdanken, und erwähnt dabei des letztgenannten Schrift „Das Judentum in der Musik", um zu behaupten, dies offene Bekenntnis zu antisemitischer Gesinnung habe ihm den Nachruhm nicht rauben können. Daß in der Villa Wahnfried in Bayreuth einzelne Juden, die Wagners Unternehmen wesentlich gefördert haben, sehr gern gesehene Gäste und ihm selbst in Venedig noch in letzter Stunde nahe waren, braucht natürlich ein so vielseitiger Mann wie Dr. Derlei nicht zu wissen! Daß Fürst Bismarck seine im Jahre 1847 gemachten antisemitischen Aeußerungen in den Jahren 1866 bis 1873 geändert hatte, davon weiß er ebensowenig wie davon, was Bismarck von Laster, Bamberger, Bleichröder, Behrens, Brasch und anderen Juden hielt und was diese ihm waren, ehedie den Agrariern zugewandten Liebesgaben diese Verhältnisse trübten. Oertel sagt: „Immer (?) hat er 'Juden wie Laster, Bamberger, Ludwig Löwe u. a. als Gegner angesehen und jene ZeUüngsmacht, der Nietzsche so viel Bedeutung für die Fortdauer feines Ruhmes beilegte, hat er immer (?) gegen sich gehabt." Oertel nennt u. a. auch Gustav Frehtag unter den „trotz der Juden" zu Nachruhm gelangten Antisemiten; die philo semitische Schrift „Pfingstbetrachtung", mit der Freytag zeigte, wie auch er seine Anschauung über die Juden in späteren Lebensjahren geändert hatte und sie anders beurteilte als einst in „Soll und Habeir", braucht ja ein Chefredakteur einer antisemitischen Zeitung nicht zu kennen. Er hofft wohl selbst noch berühmt zu werden oder ist es seiner Meinung nach schon geworden -- ohne Juden! Es muß auch solche — „Politiker" geben! —Die unleidlicheu und demütigenden Ansnahme-Bestinunungen, denen R e i s e n d e j ü d i s ch e n G1 a u b ens i m R e i s e v c r k e h r m i t R u ß 1 a n d aus gesetzt sind, und speziell die Unannehmlichkeiten, die deutschen Aerzten jüdischen Glaubens daraus erwachsen sind, haben die Aerztekarnmer für Ostpreußen veranlaßt, zu beschließen, „durch den Herrn Minister der Medizinal-Angelegenheiten den Herrn Reichs tauzler zu bitten, e i n e G l e i ch st e l kn n g d e r r u s s i s ch e u