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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 27

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-01-01
Page
27 (sequence 6)
Language
German
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Umschau der Jude ein treuer, opser- und hilfsbereiter Freund sein kann, aber nur dem Juden, dem Stammesgenossen gegenüber. Ein kameradschaftliches Verhältnis, wie es zwischen deutschen Offizieren besteht und durch kein Glaubensbekenntnis gestört wird, wird sich zwischen dem Juden und dem christlichen deutschen Offizier nie bilden." — Wir wollen aus diese niedrige Unterstellung, die durch die Geschichte unzählige Male widerlegt ist, nicht eingehen und hoffen, daß, wenn es in Preußen einmal jüdische Offiziere geben sollte, in keinem einzigen Falle das kameradschaftliche Verhältnis Anlaß zu Affären geben wird, die die besten Elemente in dem hochstehenden preußischen Offiziersftand als glücklicher Weise sehr seltene Auswüchse „einer leichtsinnigen Lebensauffassung" doch tief bekümmert haben. Eine Abfertigung, welche die „Voss. Ztg." der Philippika der „Post" gegen „jüdische Offiziere" zuteil werden ließ, schloß mit den Worten: „Nicht im „deutschen Wesen", sondern im öden Antisemitismus wurzelt die Abneigung gegen die Zulassung der Juden zum Offizier ko rps, eine Zurücksetzung, d üe gegen Recht und Billigkeit, gegen Gesetz und Gesetzestreue verstößt." Wenn diese Schranke fällt, würden davon die Juden lediglich den Vorteil haben, daß sie nicht mehr eine unverdiente Kränkung erleiden, die sie zu Bürgern zweiter Klasse stempelt, das gesamte Bürgertum aber den weit höheren Gewinn, daß der Lrastengeist, der die Garderegimenter von den Linienregimentern, die aktiven Offiziere von den Reserveoffizieren und den Militärärzten, das Militär von der Zivilbevölkerung scheidet, sich -verlieren oder doch wesentlich abschwächen wird. Dieser Geist muß sich auch mächtig in den Kreisen der Zivilverwaltung ausgebreitet Haben, wenn angesichts der Notwendigkeit, die finanzielle Lage der Beamten zu verbessern und dafür von der Gesamtbevölkerung ansehnliche Opfer zu verlangen, selbst ein Mitglied der antisemitischen „Wirtschaftlichen Vereinigung", Amtsgerichtsrat L a t t m a n n, es für angezeigt erachtete, diese Frage anzuschneiden. Er sagte am 7. Dezember im deutschen Reichstage: „Der Beamtenstand hat es an manchen Stellen durch

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