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Im deutschen Reich · 1909-01-01 · Heft 1 (Januar 1909) · p. 26

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
15 (1909)
Issue
Heft 1 (Januar 1909)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1909-01-01
Page
26 (sequence 5)
Language
German
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26 Im deutschen Reich. Levh zürn Admiral machten und in allerneuester Zeit einem Juden, dem Admiral Mur ix, das Kommando über die atlantische Flotte anvertrauten. Daß einzelne Juden in der österreichischen Marine hohe Stellungen bekleiden, mag hier nur nebenher erwähnt werden. Der erst im vorigen Jahre mit Generalsrang in Pension gegangene österreichische Oberst Schiffbauingenieur Popper z. B. war und blieb Jude. Das ist für die Antisemiten Stöckerscher Observanz, so sehr sie für eine Festigung des Bündnisses mit Oesterreich begeistert sind, ganz unverständlich, daß selbst in Oesterreich, wo ein Bürgermeister Lueger nicht einmal jüdische Omnibus-Schaffner dulden will, im Landheer und in der Flotte nach dem Katechismus nicht gefragt wird, daß in Italien selbst der militärische Erzieher des Königs, der spätere Kriegsminister Ottolenghi, sich zum Judentum bekannte. Die deutschen Antisemiten fürchten deshalb, daß selbst in Deutschland in dieser Beziehung die Zeit nicht mehr fern sein dürfte, in der —- wie sich die „Staatsbürger-Zeitung" ausdrückt — „der deutsche Michel nicht mehr um Prinzipien debattiert." „Solch Los", sagt sie, „droht dem Dreibund und seinem „festesten Bollwerk", den drei verbündeten Armeen! Lieb' Vaterland, magst ruhig sein!" ... — Auch die „Tägliche Rundschau" .und die „Post" suchen ängstlich alle möglichen Gründe hervor, die gegen eine so zeitgemäße Reform im Heereswesen sprechen, so daß man beinahe auf den Gedanken kommt, ihre blasse Furcht vor der Ernennung jüdischer Offiziere rühre davon her, daß dieser erste Schritt auf dem Wege zu einem wahrhaft konstitutionellen S v st e nt in den maßgebenden Kreisen wirklich in Erwägung gezogen werde. Die Art, wie die AnLisemitenPresse diese Gefahr abzuwehren sucht, ist nicht ohne heitere Beimischung. Wäre die Sache nicht so ernst, dann könnte man sich an der Leistung der „Post" erheitern, von der als Pröbchen hier die urkomischen Sätze mitgeteilt seien: „Zum Offizier gehört eine begeisterungsfähige, frische, fröhliche, m einetwegen a u cCi lei ch t - s i 11 ui ge L eb ens au f f a ssun g , die d e r „tneitaus - s ch a u e n d e" Jude n int ei n m a l nicht hat. Ferner ist die charakteristische Eigenschaft des deutschen Offiziers eine ivarme, offenherzige Kameradschaft, eine Eigenschaft, die dem Semiten durchaus abgeht. Es ist gar nicht zu bestreiten, daß

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