Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 25 (sequence 4)
- Language
- German
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Anscharr worden und in Geltung sei, demzufolge j ii b i s ch eBewerbe r um die Stelle eines R e g i e r u n g s s e kr e t är s nur bei Erteilung einer besonderen Ermächtigung des Ministers berücksichtigt werden dürfen. Unseres Wissens ist, wenn auch nur in ganz seltenen Fällen, von dem preußischen Minister durch Ermächtigung einzelnen Juden die höhere S u b - a l t e r n - Laufbahn eröffnet worden; aber das ändert nichts daran, wenn solcher vorsintflutlicher Erlaß noch oder wieder Geltung hat. Das würde unglaublich sein, wenn nicht, entgegen dem "Wortlaut und dem Sinne der Verfassung aus konfessionellen Rücksichten, nicht aber wegen der berühmten „Rasse-Imponderabilien", den deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens 6er Zutritt zum Gffizierkorps, zum aktiven Sanitütsoffizierkorps und zu fast allen Regiernngsämtern verschlossen bliebe, aber sofort eröffnet würde, wenn durch einen die Abstammung doch nicht ändernden Glaubenswechsel eine ganz besondere Art von Gesinnungstnchtigkeit bewiesen wird. Es mag dahingestellt bleiben, ob in Oesterreich der Artikel 3 des Grundgesetzes vom 21. Dezember 1867: „D ie öffentlichen Aemter sind für alle Staatsbürger gleich" allenthalben Beachtung findet, aber immerhin ist es eine seltsame Illustration des Satzes: „Deutschland in der Welt voran", daß in Oesterreich- Ungarin Juden in Heer und Marine die höchsten Stellungen bekleiden, im deutschen Reiche aber sich unter den aktiven Offizieren kein einziger Jude befindet, wenn die Leiter der Unteroffizierschulen jüdische Zöglinge durch das Verlangen des Taufscheins von der Aufnahme ausschließen, wenn jüdische Einjährig-Freiwillige es in dem deutschen Heere höchstens noch bis %um Vizefeldwebel bringen. In der de u t s ch e n M ar i n e gibt es hie und da einen tüchtigen jüdischen Torpedomaat, aber in der Flotte spielt die Konfession fast noch eine größere Rolle als im Landheer. Bei aller Vorliebe für amerikanische Einrichtungen und moderne Verwaltnngsmaßregeln ist man in Preußen noch himmelweit entfernt von der Vorurteilslosigkeit der nordamerikanischen Staatsmänner, die frühzeitig die Begabung der Inden für Schiffahrtskunde unb Seewehr würdigten, vor langer Zeit schon einen Uri ah