Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Zu Eduard Laskers 25jährigem Todestag
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 11 (sequence 5)
- Language
- German
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Zu Eduard Lasters 25jährigein Todestag. U durfte, um sich dieselbe zu sichern, je nachdem nationale oder Liberale Fragen im Vordergründe standen, der Ergänzung durch die damals wesentlich mehr links stehende freikonservative oder durch die Fortschrittspartei. Die leitende Persönlichkeir dieser, wie man erkennt, maßgebenden Macht war Laster, wenn auch die offizielle Führung Bennigsen zusiel. „Laster hat zu gestimmt; dann bin ich dicke durch", sagte ein Minister. In den Kommistions- und Parteisitzungen, überall uhu* er der beste Kenner der Materie, der mit unermüdlichem Fleiß altes im Voraus gesichtet, den Kern aus der Schale bereits gelöst hatte. In offener Feldschlacht, auf der Tribüne des Parlaments war er der Redegewaltige, der wie kein anderer aus dem Herzen und zu Herzen des deutschen Volkes sprach, in welchem damals noch ein hohes Maß politischer Begeisterungsfahigkeit lebte, ein Sehnen nach Idealen wirksam war. Windthorst sagte: Laster hat jahrelang reichlich die Hälfte aller parlamentarischen Arbeit getan. Wenn Laster so als Mitbegründer der nationalliberalen Partei das Fundament geschaffen hat, ohne welches der Bau des Reiches nicht zu verwirklichen war, so bekam dadurch, daß gerade er der Begründer war, der Ban wiederum seine eigenartige Form und Einrichtung. Wahrend Bennigsen und Miguel den rechten Flügel leiteten, lag es Laster, als Führer des linken Flügels ob, innerhalb der Partei den liberalen Grundsätzen das rechte Gewicht zu verleihen. Schon in der Verfassungsfrage trat er energisch mit Twesten für volles Bndgetrecht ein, während Miguel den Regierungsentwurs annehmen wollte, der das Besteuerungsrecht, des Bundes auf indirekte Steuern beschränkte. Bismarck gab nach, und in dieser für unser ganzes politisches Leben folgenschweren Frage wurde ein Sieg erfochten. Für die parlamentarische Redefreiheit der Abgeordneten ist er dreimal als Antragsteller ausgetreten, und die Gewährung derselben ist als sein eigenstes Werk zu betrachten. In der Milit är frage wiederum gab er in nationalem Sinne den Ausschlag. Die Fortschrittspartei befand sich unter Waldeck und Duncker in der Opposition, und im Jahre 1867 war die Stärkung, der Wehrmacht zur Vollendung des.Reichs ein gewiß unentbehrliches Mittel. „Ich weiß", sagte er, „das Volk will in der Militärfrage nicht mehr das Unterscheidungsmerkmal zwischen liberal und konservativ bestehen lassen. Die