Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Der Fall Mugdan-Richert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Der Fall Magdan-Rieher!. .> I. E r k l ä r u n g d e s I u st i z r at s I) r. L ö v i n s o n. 1. An der Aufstellung der Kandidatur des Herrn Dr. Mngdan habe ich in keiner Weise mitgewirkt; ich habe von ihr nicht früher erfahren, als bis sie in den Zeitungen bekannt gemacht wurde. 2. Meine Tätigkeit vor der Wahl beschränkte sich lediglich darauf, daß ich erklärt habe, für den Kandidaten zu stimmen, der von der politischen Organisation, welcher ich angehöre, ordnungsmäßig proklamiert war. Ich habe auch gestattet, meine dahingehende Stellungnahme öffentliche kundzugeben. Mehr habe ich nicht gestattet. Etwaige U eb e r s ch r e itu n g en der Er l aub ni s sin d, w en n it b e r h a u p t, n u r d u r ch die Hitze d e s W a h l - kampfes zu erklären. 3. Bei der Agitation habe ich mich nicht beteiligt. Ich habe keine Versammlung besucht, keinen Wahlaufruf verfaßt oder unterschrieben, niemandem gestattet, meinen Namen unter einen solchen zu setzen. 4. I ch h a b e mir di e s e Zu r ü ck halt n n g anf - erlegt nicht b lo tz , w e i l i ch d u r ch eine p e r s ö n - 4icf) c Agitarion, inte ich 13eftimmt mußte, bei vielen v o n m i r g e s chätzt c n it n d m i r it a h e - st c i) e tt b e n G t a u bensge n o s s c u A n st o ß u n d B ef r e nt den erregt hätte, s o n d e r n a u ch , w e i l m i r z u c i it e x s olche n A g i t a t i o n b ei de r P e r s o n des K a n d i d a t e n die Neigung fehlte. I!. Bor st andserklär u u g. Der Vorstand des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bezeichnet die Unterstellung, daß er in irgendwelcher Weise die Wahl des Herrn Or. Mngdan begünstigt habe, als eine böswillige Erfindung. Der Vorstand hat den Grundsatz absoluter Neutralität, wie in allen nicht gegen Antisemiten geführten Wahlkämpfen so auch bei dieser Wahl, streng befolgt und deshalb das von beiden kämpfenden Parteien an ihn gerichtete Ersuchen, in den Kampf einzugreifen, abgelehnt. Von den an der Wahl beteiligten Vorstandsmitgliedern hat der größere Teil für den Gegenkandidaten des Herrn