Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 15 (1909)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1909)
- Article
- Der Fall Mugdan-Richert
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Fall Mugdaa-Richert. andere Partei Stellung geuournieu, so hätte er damit sein fundamentalstes Prinzip verletzt und hätte es einer großen Reihe von freisinnig-volksparteilichen Mitgliedern unmöglich gemacht, im Verein zu verbleiben. In den bisherigen Ausführungen ist bereits gezeigt worden, daß der in der weiteren Folge des Wahlkampfes gegen Herrn Justizrat Lövinsou gerichtete Angriff, er habe für Mugdan agitiert, eine glatte Lüge ist. Herr Justizrat Lövinsou hat, es sei wiederholt darauf hingewiesen, nichts anderes getan, als von seinem Parteistandpunkt aus erklärt, er werde für Mugdan stimmen, weil ihm Mugdan als kleineres Nebel erscheine — ein ganz persönlicher Standpunkt, von dem der Vorstand vorher keine Kenntnis gehabt hat und um den sich zu kümmern, für ihn keine Veranlassung vorlag. Als diese Stellungnahme des Herrn: Lövinsou für den Kandidaten seiner Partei in der Oeffentlichkeit beanstandet wurde, hat Herr Jnstizrat Lövinsou in dem anfangs Oktober erschienenen Hefte der Vereinszeitschrift eine Erklärung unter „Eingesandt" abgegeben, in welcher er nur für seine Person seinen Standpunkt in der Wahlangelegenheid erläutert. Aus der ganzen F o r m d e r Veröffentlichung w a r z u e r s e h e n, d a ß d e r Bor st a n d m i t dieser Erkl ärnn g gar nichts zu tun h at. Erst am 22. November hat Herr Or. Hans Kalisch verlangt, daß in der nächsten Nummer eine von ihm abgefaßte Gegenerklärung gegen Justizrat Lövinsou veröffentlicht werden solle. Die Erklärung lief zunächst so spät ein, daß sie vor der Stichwahl unfern Lesern nicht mehr zu Gesicht gebracht werden konnte. Aber ganz abgesehen davon, hat Herr Or. Kalisch, der dem C e n t r a l - Ve r e i n gar nicht angehört, in seinen Ausführungen verlangt, daß Herr Justizrat Lövinsou sein Amt niederlege. Daß wir einem Nichtm t i g l i e D e unseres Vereins für derartige Forderungen und Zumutungen unser Blatt nicht öffnen, kann wohl von niemandem getadelt werden. Der Aufsatz ließ auch alles, dasjenige vermissen, was der Gast einer Zeitung an journalistischer Courtoisie mitznbringen hat. Zur Amtsniederlegung lag aber nach der Anschauung des Vorstandes des Central-Vereins für Herrn Jnstizrat Lövinsou keinerlei Anlaß vor. Selbst diejenigen Herren des