Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 700 (sequence 11)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 7OÖ in mancher maßgebenden Stellung des Generalstabes und der Front. Keine der Religion entspringende tadelnswerte Eigentümlichkeit wird bekannt, obwohl in diesen Ländern die Freiheit des Wortes eine weit größere und nutzbringendere ist, als bei uns. Kein Beweis kann geführt werden, daß die fett nicht getan hat. Vorhandenen Vorurteilen sind gewisse Eigenschaften gebildeter Israeliten gegenüberzustellen, deren Beimischung unseres Erachtens keinem Offizierkorps Schaden bringen kann. Das sind wer ausgeprägte Ordnungssinn in den eigenen wirtschaftlichen Angelegenheiten, die Abneigung ge gen leichtsinniges Schuldenmachen und ein Leben auf Borg und Pump, der solide Familiensinn, das unermüdliche Streben und der eiserne Fleiß innerhalb der Grenzen des Berufs, das Organisationstalent und der weitausschauende Blick, der sich nicht damit begnügt, rückwärts zu sehen und sich sträubt, Wertloses zu bewundern, lediglich weil es alt ist. V on d e m K a t s e r Wilhe l m I. erzählt man sich, d a ß er in seiner weisen vermittelnden Art wiederholt e i n g e g r i f f e n habe, wenn hier und da ein tüchtiger j ü d i s ch e r O f f i z i e r a s p i r a n t d e s B e u r l a u b t e n st a n d e s Schwierigkeiten fand, vom O f f i z i e r k o r p s g e w ä h l r zu w erde n. Es wäre nur ersprießlich, wenn ein klarer, allgemeiner Erlaß auf dem Gebiet des Offizierersatzes ausgleichend wirkte und dem Heere neue Kräfte zusührte. A n d e m Beweis i h r e r Brauchbarkeit werden es die Israeliten D e u t s ch l a n d s f i ch c r l i ch nicht fehle n l affe n." Die bedauerliche Tatsache, daß trotz gelegentlicher Erlasse an die Kommandostellen, bei der Wahl zum Offizier auf die Konfession keine Rücksicht zu nehmen, dieser verurteilenswerte Gebrauch fortbesteht, veranlaßte kürzlich die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" darauf hinzuweisen, daß unter den aktiven preußischen Militärärzten sich fast keine Juden befinden, die jüdischen Aerzte von dem aktiven Militärdienst also grundsätzlich ausgeschlossen zu sein scheinen, obgleich der Mangel an Aerzten im Heer und in der Flotte dringend der Abhilfe bedarf. Da dieser Mangel nicht in Abrede gestellt werden kann und das richtige Mittel, ihm