Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 699 (sequence 10)
- Language
- German
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Umschau. 699 neben den Söhnen meiner braven Offiziere und Beamten erblicke ich die Träger der Zukunft meines Heeres auch in den Söhnen solcher ehrenwerter bürgerlicher Häuser, in denen die Liebe zu König und Vaterland, ein warmes Herz für den Soldatenstand und christliche Gesittung gepflegt werden." Daraus könnte, wenn man es rein buchstäblich n i m m t, gefolgert werden, daß die Annahme eines j ü d i s ch e n jungen Mannes für die Laufbahn des aktiv e n Offiziers abgelehnt werden dürfe, auch wenn der Nachsuchende alle von einem Fahnenjunker (gemäß Offizierergünzungsvorschrift vom 18. März 1905) verlangten Eigenschaften besitzt i „körperlich brauchbar, unverheiratet, schuldenfrei ist und nach Herkunft, Erziehung und Gesinnung Gewähr bietet, ein würdiges Mitglied des Offizierkorps zu werden." Nach solcher rein buchstäblichen Auffassung dieser Kabinettsordre verführt nun aber der Truppenteil bei der Beförderungsfrage feiner jüdischen Einjährigen. Nach ihr handelt, wenn ein besonders tüchtiger jüdischer Einjährigeres bis zum Unteroffizier und Offiziersaspirant gebracht hat, der Kommandeur des Regiments, der nach der Hebung B seine „Einverstündniserklärung" geben soll. Und schließlich bildet diese Ordre die Richtschnur für den Bezirkskommandeur, der den glücklich Ofsiziersaspirant Gewordenen zur Wahl stellen soll. Soll also eine wirklich liberale, moderne Gegensätze ausgleichende und Vorurteile ausrottende Tat geschehen, so muß jene Kabinettsordre revidiert, die Offizierergänzungsvorschrift und die Heerordnung vervollständigt werden in dem Sinne, daß die Religion kein Hindernis für die Wahl z u m deutschen Offizier sein darf. Politisch sind u n s e r e j ü d i s ch e n M i t b ü r g e r g l e i ch - berechtigt mit den B e k e n n e r n anderer R e l i - g i o n e n u rt b ü berall i m bürgerlich em Leben t u n s i e ihre volle Schuldigkeit u n d z eige n s i ch t ü cf) t i g in aiie n Berufe n. Nur der eine St a n d bleibt ihnen — von einzelnen Ausnahmen abgesehen — v e r s ch! offen, der O f f i z i e r st a n d. Und dabei i st weder unser O f f i z i e r e r s a tz ausreichend, noch i st der Beweis erbracht, daß j ü d i s ch e r E r s a tz u n - g e e i g n e t s e i. In der f r a n z ö s i s ch e n und italienischen Armee befinden sich beispielsweise jüdische Offiziere