Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Die Delegiertenversammlung des Landesausschusses für Rheinland und Westfalen
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 684 (sequence 5)
- Language
- German
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684 Im deutschen Reich. preußische und deutsche Verfassung, über die soziale Gesetzgebung, über die Geschichte des Antisemitismus und endlich über die jüdische Verteidigungslehre Aufklärung verbreitet würde. Eine solche Betätigung entspreche dem Wirken des CenLral-Vereins, der für die Jugendbewegung nur die beeinflussenden Persönlichkeiten gu stellen Ijabe. Deshalb komrne auch er gu dem Schluß, daß bei politischer Neutralität im übrigen der Central-Verein lediglich der Jugendvereinsbeivegung eine finanzielle und besonders eine intellektuelle Unterstützung angedeihen lassen solle, weil hier mit Geist gezahlt werden müsse. Nunmehr ergriff Herr Rechtsanwalt I)r. Brodnitz - Berlin das Wort, der namens des Korftandes allen Anwefenden den herzlichsten Dank aussprach und dabei betonte, daß dies keine übliche Phrase, sondern ein aus warmem Herzen kommendes Wort sei. Er gab zunächst einen kurzen Ueberblick über die wichtigen Fragen, die die Leitung des Vereins im letzten. Jahre beschäftigt haben, unb richtete dann eine Reihe von Mahnungen an die Versammelten. Der Redner forderte auf, sich an den Vorbereitungen von Wahlen im politischen Leben so rechtzeitig zu beteiligen, daß nachher nicht Konflikte zwischen der Parteidisziplin und dem persönlichen Standpunkte entstehen könnten. Er erörterte die kräftige £ rganisation des dei> tsch-natio11alen Handluugsgehilsen-Verbandes, dem. unbedingt eine gleich kräftige Organisation gegenüber gestellt werden müsse. In der Diskus s i o n sprach der Vorsitzende des Essener Jugendvereins, Herr Marx, über die im Essener Verein gesammelten Erfahrungen. Herr Rabbiner Dr. S am u e l erklärte, daß er feine Bedenken gegen auch nur entfernte Beziehungen zwischen dem Central-Verein imb dem Jugend-Verein jetzt fallen lasse; denn der Central-Verein stelle eine Kulturbewegung dar und sei insofern trotz seiner politischen Betätigung kein rein politischer Verein. Herr Dr. Lichte n st ein- N e u io ied bemängelte, daß alles bisher Gesagte nur auf die großen Gemeinden zugeschuitten sei. In kleinen und mittleren Gemeinden lügen die Verhältnisse ganz anders. Herr Rabbiner Dr. N e u m ark- Duisburg meinte, daß die weitere Entwicklung der Jugend-