Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1908)
- Article
- Die Delegiertenversammlung des Landesausschusses für Rheinland und Westfalen
- Date
- 1908-12-01
- Page
- 683 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Delegiertenversamurlung des Landesausschusses usw. 683 in die wohlerwogenen Absichten der Vereinsleitung störend eingreifen könne. Aber da der gange Zweck der Jngendvereine darin bestehst die Jugend zu jüdischen: SeLbstbewußtsein gu erziehen und ihre Bildung itub Charakterentwicklung zu fördern, so würde damit schon ein Teil der Gedanken vernnrklichst deren Erreichung den Zweck des Ceutral-Vereius ausmacht. Eine direkte Verbindung zwischen dem Central- Verein und den Jugendveeeinen sei abzulehnen, dagegen ein freundliches Entgegenkommen im einzelnen mit Freuden zu begrüßen. Der Korreferent, Herr Rabbiner Or. Jakob-Dortmund, legte gegenüber diesen ans der Praxis gewonnenen Erfahrungen besonders Gewicht auf die theoretische Seite der Sache. Er präzisierte seinen Standpunkt dahin, daß für die Schule und die Schuljugend im wesentlichen ausreichend gesorgt sei, daß aber gerade die Altersstufe zwischen der Konfirmation und der Heirat besondere Fürsorge verdiene, da zwischen denn 14. und 24. Lebensjahre die Weltanschauung eines Menschen und seine Charakterbildung festgelegt werde. Diese Entwicklung dürfe bei der jüdischen Jugend nicht den Zufälligkeiten des Umgangs und der Lektüre überlassen werden. Hier müsse nach dem glänzenden Vorbilde der katholischen Jugendbewegung planvoll gearbeitet werden. Dagegen könne der Einwand der Verstärkung des Konfessionalismus nicht mit Recht erhoben werden. Bei den heutiger! Verhältnissen sei es, wie schon die Existenz des Eeuträl-Vereins beweise, eine Notwendigkeit, sich zur Abwehr zu organisieren. Freilich wolle er damit keiner Einseitigkeit das Wort reden; deshalb empfehle er das Arbeitsgebiet soweit zu stecken, daß kulturelle, vaterländische, sittliche Bildung angestrebt würde. Des Ziel müsse sein, harmonisch reich gebildete Menschen zu erziehen. Wer das sei, sei auch ein guter Jude. Den werten Programmen müsse eine straffe Organisation gegenüberstehen, denn nur bei engenr, tatkräftigem Zusammenleben kann erzieherisch etwas geleistet werden. Aus diesen Erwägungen heraus habe der Dortmunder Jugendverein sich dahin schlüssig gemacht, nicht einzelne Vorträge, sondern in sich geschlossene Vortragszyklen abzuhalten, in denen zürn Beispiel über die preußischdeutsche Geschichte der letzten 100 Jahre mit besonderer Berücksichtigung der jüdischen Verhältnisse, oder über die