Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 11 (November 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-11-01
- Page
- 626 (sequence 5)
- Language
- German
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26 Jm^deutschenMeich. unsere Sprache reden, so sah ich hier mehr und mehr ein, daß sie im Grunde genommen, nur schädlich wirken. Bon einem Gefühle engerer Zusammengehörigkeit mit dem deutschen Volke kann bei ihnen kaum die Rede sein. Zweisprachig, wie sie sind, ermöglichen sie dem Polen den Bezug aller möglichen deutschen und überseeischen Erzeugnisse, ohne daß er um diese in gewissem Sinne kulturellen Bedürfnisse ein einziges Wort deutsch radebrechen darf." — Daß die deutsche Polenpolitik, die dem preußischen Volke bereits Unsummen kostet, keine erfreulichen Erfolge erzielen kann, wenn sie sich nahezu ausschließlich solcher „alldeutschen" Stützen bedient, die in ihrer Voreingenommenheit gar nicht merken, daß sie wider Willen nur die Macht öks Polentums stärken, die sie einzuschränken berufen sind und vorgeben, das wird man am grünen Tisch erst einsehen, wenn die Polenpolitik ebenso verfahren sein wird, wie es zeitweise die Kolonialpolitik war, ehe die Karre von einem nicht bureaukratisch geschulten Kaufmann aus dem Sumpf gezogen wurde. Wie bei der Polenpolitik, so genießen wenigstens dem Anscheine nach die Antisemiten auch bei anderen kostspieligen Angelegenheiten noch immer seltsamerweise das Vertrauen leitender Kreise. Zu einer Aussprache über die Rerchsfrnanzrefornr hat der Reichsschatzsekretär Sydow zuerst den antisemitischen Abgeordneten Liebermann v. Sonnenberg und Lattmann berufen, dann dem konservativen Führer Freiherrn v. Richthosen sein Vertrauen geschenkt, um schließlich auch noch auf den Abgeordneten Oswald Zimmermann zu kommen, der, wie die „Breslauer Morgenzeitung" sagt, es als Direktor der Dresdner antisemitischen „Wacht" in überaus kurzer Zeit verstanden hat, mit den vorhandenen Mitteln der sächsischen Reformer gründlich auszuräumen, also auf finanziellem Gebiete hervorragende Erfahrungen habe. Außerdem wird dem Reichsschatzsekretär von der liberalen „Weser-Zeitung" die Absicht zugeschrieben, einer Anregung des christlich-sozialen Politikers Burckhardt folgend, wenn auch nicht ein Jnseratenmonopol, so doch eine I n s e r a t e n st e u e r einzusühren, über die sich die „Liberale Korrespondenz" wie folgt äußert: „Zwar steht die Jnseratensteuer nicht ausdrücklich im Programm der antisemitischen