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Im deutschen Reich · 1908-11-01 · Heft 11 (November 1908) · p. 625

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 11 (November 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-11-01
Page
625 (sequence 4)
Language
German
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Umschau» 625 in der ganzen europäischen Presse vertreten und ebenso in jerwr der Neuen Welt, wo man uns aus diesem Grunde Absichten aus Südamerika andichtet. Auch dies ist ein unbestrittenes Verdienst der Alldeutschen. Sie haben uns in der ganzen Welt in den Ruf habgieriger Räuber gebracht/' Das ZentrumsbLatr ist deshalb auch mit den Bülowschen Eröffnungen an den Engländer Whitman unzufrieden und sagt von dem Reichskanzler: „Das wichtigste, was geschehen konnte, das was am meisten beruhigt hätte, hat er unterlassen; er hat nicht das Treiben der a l l d e u L s ch e n Hetzer verdientermaßen derart gebrandmarkt, daß jeder Versuch, die Alldeutschen der deutschen Politik an die Rockschöße zu hängen, fortan unterblieben wäre." Wie wenig dies aber in der Absicht — oder in der Macht — des deutschen Reichskanzlers liegt, zeigt die deutsche Kolitik in den GstmarLen, in denen die vielfach zu den Alldeutschen gehörenden preußischen Beamten sich den Juden gegenüber so ablehnend verhalten, daß sie, die bisher in den Ostmarken als Pioniere des Deutschtums oder mindestens als friedliche Vermittler zwischen den christlichen Deutschen und den Polen wirkten, gesellschaftlich und wirtschaftlich von beiden Seiten bedrängt, den Staub von den Füßen schütteln und der Pole zum Nachteile für das deutsche Element jeden freiwerdenden Platz sofort mit Beschlag belegt. Der deutsche Agrarier verkauft seine deutsche Scholle ohne Not dem Polen, wenn dieser ihm dafür einen höheren Preis bietet als die Ansiedelungs- Kommission, der deutsche Jude entäußert sich nur seines Besitztums oft selbst zum niedrigsten Preis mit schwerem Herzen, weil er, vereinsamt oder erwerbsunfähig gemacht, es nicht mehr behalten kann. Dann spricht ihm der alldeutsche Professor in kränkender Weise „das Heimatsgefühl" ab. Bleibt er aber in den Ostmarken, weil er sich schwer von dem Orte trennt, an dem seine Wiege stand und wo die letzte Ruhestätte seiner Eltern ist, dann muß er sich von einem Mitarbeiter des offiziellen Organs des Deutschen O st m a r k e n - Vereins in der Zeitschrift „Ostmark" nachsagen lassen: „Lebte ich vorher des Glaubens, die Juden seien im gewissen Sinne Pioniere des Deutschtums, weil sie zu Hause fast immer

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