Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- F. Heman [Rezension]
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 600 (sequence 7)
- Language
- German
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600;güi deutschen Reich. Nach diesen Proben wird es überflüssig sein, die Verfälschungen der jüdischen Geschichte während des Mittelalterbei Heman noch im einzelnen durchzugehen. Der Verfasser verschweigt, daß. die Inden im fränkischen Reiche und in Deutschland zuerst in bestem Einvernehmen mit der Be völkerung lebten; daß es nur den unermüdlichen gehässigen Bemiih-lngen der Konzilien und der Geistlichkeit nach Jahr Hunderte dauerndem Eifern gelang, dieses gute Verhältnis zu stören; da,ß die Juden im Beginne des Mittelalters Grund besitzet, Wein- und Ackerbauer, die besten Gemüse- und Baun: gärtner lnaren; daß man sie, teils infolge des von der Geist lichkeit entfachten Religionshasses, teils aus Konkurrenzneid und Znnfteigennntz, von jeder anderen Beschäftigung als Geldhandel und Pfandleihe gewaltsam ausschlost; daß die Obrigkeiten ihnen hohe Zinssätze auferlegren, mit ihnen nachher mit um so besseren Erfolge den Mammon wieder abzujagen. Er verschweigt die Tatsache, daß Fürsten und Stadträte die Juden lediglich wie einen Schwamm benutzten, den christlicher? Untertanen das Geld aus zu saugen, und dann diesen Schwamm regelmäßig in die hohen obrigkeitlichen Kassen ansdrückten. So bürdeten sie den. Juden den ganzen Haß des „Wuchers" auf, zogen selber allein den Nutzen davon und machten sic?! überdies durch Vernichtung der jüdischen „Wucherer" volkstümlich. Von diesen typischen Vorgängen spricht Herr Heman notgedrungen hier und da, aber ohne die angemessenen Folgerungen daraus zu ziehen. Seine scharfen Anklagen gegen die unglücklichen jüdischen „Wucherer und Aussauger", diese moralisch, sozial und materiell von den christlichen Obrigkeiten gleich mißhandelten Opfer, kehren doch mit fanatischer Regelmäßigkeit wieder. Daß die Juden wiederholt flehten, man möge ihnen einen ehrlichen Lebenserwerb gönnen, damit sie auf den „Wucher" verzichten könnten, erwähnt Heman nicht. Vielleicht hat er es zufällig in seinem Grätz nicht gefunden. Kein Wunder, daß unser „Historiker" zu dem wunderbaren Ansspruch kommt (S. 501;: „Juden haben die Kapital Wirtschaft eingeführt." Oh, ihr römischen Ritter des Altertums, ihr Lombarden, Cahorsiner und Florentiner des Mittel alrers, ihr Fugger und Welser, ihr Spinola und Adorno, ihr Lyoner, Antwerpener und Amsterdamer Großbankiers des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts, ihr alle, die ihr