Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- F. Heman [Rezension]
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 599 (sequence 6)
- Language
- German
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Bücherschau. 599 [ogar drei portugiesische Synagogen und ein aschkenasisches Bethaus zu errichten! Und dann, man schaudere, während Be lutherische Geistlichkeit Hamburgs von den Kanzeln unaufhörlich gegen die den Juden gewährte Duldung donnerte ond verlangte, daß ihnen ein Christ als Rabbiner gesetzt ruerbe, waren die Juden so frech, in ihrer eigenen Mitte eine Schrift zur Abwehr gegen das Christentum zu verbreiten! Derart „mißbrauchten sie die verlangte Duldung" (S. 433). — Wahrend der großen Revolution „achteten es die im Herzen noch gut katholisch gesinnten Franzosen für Sünde, die einaezogenen Kirchengüter anzukaufen. So kamen sie beispiellos billig in die Hände der Juden" (S. 496). Jedes Wort hier ist eine dreiste Unwahrheit. Vier Fünftel der Franzosen waren damals — 1792 bis 1795 — wenn nicht Gegner so doch Verächter des katholischen Wesens und sind erst später, zum Teil durch die Reaktion während des Direktoriums und besonders durch Napoleon, zur Kirche zurückgeführt worden, 'zweitens aber gab es, mit Ausnahme von Paris, Bordeaux, Bayonne, Avignon, dem Gebiete von Metz und dem Elsaß, in Frankreich damals keine Juden. In neun Zehnteln des Landes konnten dieselben also die Kirchengüter gar nicht raufen. — Die jüdischen Reformrabbiner der dreißiger und vierziger Fahre des neunzehnten Sakulums haben ihre Einrichtungen nur getroffen, um dem Christentum entgegen zu arbeiten S. 357 s.). Die „Allgemeine Zeitung des Judentums" läßt „die glühende Feindschaft gegen alles Christliche von Anfang bis heute durch alle ihre Spalten erklingen." Welch' schändliche, durch nichts begründete Verleumdung! Natürlich sind die Juden, und nur diese, Gegner des geschichtlich durchaus gerechtfertigten „christlichen Staates". Im Handumdrehen, so verlangen es die Juden, soll ihnen zu Liebe dieser christliche Charakter beseitigt werden (S. 545, 551). Und wie, fragen wir, steht es mit der gesamten liberalen Schule christlicher Staatsrechtslehrer und Politiker in Deutschland? Wie mit den christlichen Amerikanern, Engländern, Franzosen, Italienern, Dänen, Schweden, Holländern, Belgiern, Schweizern, die diesen „christlichen Staat" längst entschlossen in die historische Rumpelkammer geworfen haben? Sind diese Hunderte von Millionen Christen alles heimliche Juden? Pfui über diese lächerlichen Entstellungen der Wahrheit!