Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- F. Heman [Rezension]
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 596 (sequence 3)
- Language
- German
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596 Im deutschen Reich. 390). — Kaiser Leopold II. vertrieb die österreichischere staden hu Jahre 1760!! (2. 486j. -- Oimubctta und Jules Simon rvaren Juden!! (S. 510). — Ludwig Philippson war Rabbinwr in Frankfurt (S. 553). — Die Aufzahlung solcher Fehler Hemans ließe sich ins Ungemessene vermehren; oft freilich gehen sie nicht aus Unwissenheit, sondern aus der Flüchtigkeit, hervor, mit der das Buch offenbar zusauunenge sch rieben ist. Was zweitens die (6 e f i n n n n g des Autors betrifft, so wollen!vir gern hervorheben, daß seine Absicht ursprünglich eine billige war. Er will die Geschichte der Juden nicht uou einseitigem und darum ungerechtfertigtem Standpunkte schreiben, will sie vielmehr als eine zweitaufendjährige Tragödie auffassen, bei der der tragische Held nicht ohne eigenes Verschulden den- Unheil verfällt. — Dagegen läßt sich wenig sagen; wir Juden verlangen keine einseitige Verherrlichung unseres Wesens, und der Verfasser dieser Zeilen glaubt sich von solcher in seinen V eröffcitllicbungen und Sieben fern gehalten zn haben. Herr Heman erklärt sich auch mit rühmlicher Entschiedenheit gegen den modernen Antisemitismus, sowie gegen die törichten oder verbrecherischen Anschuldigungen, des Ritualmerdes, der heimlichen Verschwörung zum Schaden der Nichtjuden, der unbedingten Solidarität. Man sollte also denken, hier .wirklich einem unparteiisch denkenden Manne zu begegnen, und ist aus dessen Urteil im einzelnen gespannt. Aber mau wird bitter enttäuscht. Heman läßt sich von seinem tiefgläubigen Christentum — das wir ihm sonst gewiß nicht verdenken — dazu verleiten, die Geschichte der Juden im Sinne eines Gegensatzes zu dem allein gütigen Christentum aufzufassen. Dadurch geht jede richtige Perspektive verloren. Die Juden hatten und haben nach Heman Unrecht, Jesus nicht anzuerkennen; ihre Bekehrung zu ihm, zn seinem Reiche der Gottesherrschaft ist das Endziel ihrer Geschichte. Deshalb sei das Judentum auch außerstande, der Weltreligion des Christentums die Spitze zu bieten. Es wisse nichts (S. 230) „von einer geistigen Seligkeit im Jenseits bei Gott". Das „künftige Leben" sei nur das künftige Messiasreich aus Erden. Solche wnslkürliche' und den klaren Sinn verdrehende Auslegung müssen mir Juden uns doch kräftig verbitten. Der