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Im deutschen Reich · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. 595

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
F. Heman [Rezension]
Date
1908-10-01
Page
595 (sequence 2)
Language
German
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Bücherschau. 595 des blutigen Unrechts empfinden muß, das seine Vorfahren den Israeliten angetan haben. Allein, um solche Wirkung ausüben zu können, muß der christliche Geschichtsschreiber zwei Bedingungen an sich erfüllen: einmal, er muß der Sache kundig, und dann, er muß unparteiisch sein und von keinem zu beweisenden Satze ausgehen. Beide Bedingungen erfüllt der neueste Geschichtsschreiber des jüdischen Volkes, der Baseler Professor F. Heman, nicht. Da jedoch sein Buch in der Schweiz, sogar bei hervorragenden journalistischen Organen, Anklang und Beachtung gesunden hat, so müssen wir diese Mängel hier kurz aber scharf hervorheben. Zunächst ist festzustellen, daß seine Arbeit-zum weit überwiegenden Teile einfach aus Grätz abgeschrieben ist. Freilich greift er diesen Geschichtsforscher wegen dessen Parteilichkeit oft und bitter an und sucht ihr häufig zu korrigieren. Indes, diese Kritik ist eine rein subjektive, ohne den tatsächlichen Anhalt anderweiter Forschung. Selbst Stobbes berühmte „Geschichte der Juden in Deutschland während des Mittelalters" scheint Heman nicht benutzt zu haben. Was ist das aber für eine wissenschaftliche Methode, sein Werk auf einer Grundlage zu erbauen, die man selber als fehlerhaft und unzuverlässig brandmarkt? Für die neueste Zeit hat dann ein Buch des Unterzeichneten die Ehre, Herrn Heman als — vielfach ganz mißverstandene — Unterlage zu dienen. Endlich sind für die Gegenwart, wo Grätz und ich versagten, Zeitungsartikel benutzt. Nun, Herr Professor Heman, man macht heutzutage nicht aus zwei Büchern ein drittes — eigentlich nur aus einem einzigen (Grätz) ein zweites — wenn man den Anspruch erhebt, ein Historiker zu sein. Die Unkenntnis des Verfassers spricht sich darin aus, daß es in seinem Werke von Fehlern und Mißverständnissen wimmelt. Aus dem katholischen Schriftsteller Depping wird ein Jude (S. 266). — „Seit Joseph Karo ist der Talmud nur noch Prunkstück: zum praktischen Gebrauch dient der Schulchan Aruch. Um Rabbiner zu werden und zu sein, ist nicht mehr nötig, den Talmud bewältigt zu haben und möglichst viel davon auswendig zu wissen: sein Studium ist nur ein Stück besonderer Gelehrsamkeit oder ein Akt besonderer Frömmigkeit"

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