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Im deutschen Reich · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. 568

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-10-01
Page
568 (sequence 5)
Language
German
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568 Fm deutschen Reich. wahren. Es war ein Fehler, daß wir in den Wahlkämpfen die eine Partei gegen die andere unterstützten. Wir müssen so stark werden, daß die Parteien zu uns kommen und erklären, daß sie zu Konzessionen bereit seien. In Düsseldorf haben wir eine liberale Kommission und eine Zentrumskommission gebildet, die aus Angehörigen dieser Parteien bestehen und bei Wahlen mit ihren Parteien wegen Aufstellung von Mittelstandsvertretern verhandeln. So gibt es in Düsseldorf liberale und Zentrums- Mittelstandsvertreter. Die Hauptsache ist uns, daß die Leute in Mittelstandsfragen informiert sind und unsere Interessen vertreten. So allein ist es möglich, alle Parteien in der Mittelstandsvereinigung zu sammeln. Wir dürfen uns nicht auf eine Partei allein stützen. Unter allen Umständen muß auch religiös e N e u t r a l i t ü t gewahrt werden. In manchen Gegenden hat die Vereinigung unter antisemitischen Strömungen gelitten. Ich m ö ch t e dringe n d raten, den A n t i s e in i - tismus entschieden zu r ü ck z u w e i s e n. Das H e r - v o r t r e t e n d e s A n t i s e m i t i s m u s h a t v e r s ch u l d e t, daß tüchtige K a u f l e u t e vor de n K o p f ge st o ß e n worden sind. I n D ü s s e l d o r f, w o w i r auch religiös völlig n e u t r a l sind, haben w i r tüchtige Juden im Vorstand. Gewiß können Antis e m i t e n a u ch Mitglied e r s e i n , a b e r s i e h a b e n a l s P a r t e i m ä n n e r z u s ch w e i g e n. Die Mittelstandsvereinigung soll eine Berufsvertretung der Handwerker und Kausleute sein und eine Standesvertretung des gesamten Mittelstandes." Die bei jener Aeuß.erung anwesenden antisemitischen Mittelstandsretter haben natürlich sofort gegen die ihnen zugemutete Wandlung heftig protestiert; ihr offizielles Organ, die „Deutsche Botkspost" ist seitdem beständig bemüht gewesen, den Nachweis zu sühren, daß der Mittelstands auf den Judenhaß als Werbemittel nicht verzichten könne. Die Redaktion des genannten Blattes konnte es sich auch nicht versagen, aus einer gelegentlichen Auslassung des Geheimrats Dr. K ü st e r, die dahin gelautet haben sollte, daß die Mittelftandsvereinigung nach dem Grundsatz handeln solle, Religion sei Privatsache, Kapital zu schlagen. Als Dr. Küster darauf erklärte, er habe nicht gesagt, Religion sei Privatsache, sondern der kaufe s s i o n e l l e G l a u b e sei es, schrieb das Mittelstaudsorgan,

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