Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 567 (sequence 4)
- Language
- German
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Untjrfjßu. 567 in Trümmer geschlagen Hütten, nicht erzielt worden wäre. Diese Ueberzeugung bricht sich jetzt in den Kreisen der Gewerbetreibenden immer mehr Bahn. Vom Antisemitismus, dem sie zumeist über ihre Kräfte Opfer gebracht haben, erwächst ihnen kein Heil; Staatshilfe in hinreichendem Umfang ist bei den jetzigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen nahezu unmöglich — so bleibt nur eine Rettung, durch eigene Kraft wieder emporzukommen, unbehindert durch Bevormundung und eine Wirtschaftspolitik, die die Lebensmittel und die Rohprodukte unerschwingliche zu machen droht. Solange aber die auf den politischen Antisemitismus eingeschworenen Gesinnungsgenossen Stoeckers wie der Zünftler R-ahardt, der Mühlen-Jngenieur Th. Fritsch in Leipzig, bekannt als Herausgeber des Antisemiten-Katechismus, Postsekretär Stockmann, Or. Wegener-Steglitz, Kaufmann Joh. Janssen-Bonn und andere Herren gleicher Richtung in der „Deutschen Mittelstands-Bewegung" leitende Stellungen einnehmen, werden die Antisemiten noch weiter auf dem geduldigen Mittelstand herumreiten. Eine sofortige Befreiung von dieser Last war in der bereits in den Tagen vom 19. bis 22. September in Düsseldorf ab gehaltenen 5. t&enexalvexjammliing, Her Deutschen Mittelstands-Vereinigung nicht zu erwarten, aber kommen wird diese notwendige Wandlung und wahrscheinlich gerade von Düsseldorf ihren Ausgang nehmen, da die dort erscheinende „Westdeutsche Mittelstandszeitung" sich in verdienstlicher Weise bereits früher bemüht hat, im Westen trotz aller a n t i s e m i t i s ch e n S o n d e r b e st r e b u n g e n dem Gedanken, alle bürgerlichen Parteien für Mittelstandsfragen zu gewinnen, Boden zu verschaffen. In mehreren Versammlungen in Frankfurt, Mainz und Wiesbaden hat auch der Syndikus der Düsseldorfer Mittelstandsvereinigung, A s s e s s o r S t o ck y , für das neutrale Mittelstandsprogramm unter lebhaftem Beifall starker Versammlungen eine Lanze gebrochen. Nach dem Bericht der Frankfurter „Kleine Presse" hat Stocky erklärt: „Es war ein Fehler, daß zu Anfang parteipolitische Strömungen vorhanden waren. Wir müssen strengste Neutralität