Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1908)
- Article
- Stöckers Januskopf
- Date
- 1908-10-01
- Page
- 563 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Stöckers Januskopf. D(u > oon c i n e m a nderenBlatte das Gesuch um E r l a u b n i s Zur eventuellen kostenlosen Aufnahme der betreffenden Anzeige zugeht. Nicht allen unseren geehrten Abonnenten wird es genügend bewußt sein, daß solche Gesuche nur in geschäftlichen und P r o p a g a n d a z w e ck e n der betreffenden Blätter ihren Grund haben. Wir würden für gelegentliche Mitteilung derartiger Fälle dankbar sein." Die Herausgeber der „Staatsbürger-Zeitung" haben trotz ihres judenfeindlichen Programms oft im Anzeigenteil zum Nachteil und A erg er der antisemitischen Geschäftsleute einzelnen jüdischen Geschäften die besten Plätze eingeräumt. Wir haben für die Gesinnungslosigkeit jüdischer Geschäftsleute ebensowenig einen parlamentarischen Ausdruck wie für jene antisemitischen Redaktionen, die vorn vor den Käufen in jüdischen Warenhäusern warnen und hinten für jüdisches Geld Riesenanzeigen veröffentlichen lassen. In derselben Nummer der „Staatsbürger-Ztg.", in der Dingelstedts: „Wohin Ihr faßt, Ihr werdet Juden fassen!" den redaktionellen Teil einleitete, konnte mau im Anzeigenteil zwei Inserate eines jüdischen Geschäfts finden, also in dem Antisemitenblatt selbst wenigstens einen Juden zweimal fassen. In zynischerer Weise ist der Wahlspruch „Non ölet!" wohl noch nirgend befolgt worden als bei der Jnseratenjagd mancher Antisemitenblätter! Wenn sich, nachdem die „Staatsbürger-Ztg." mit dem „Reich" Stöckers verbunden worden, anfangs eine geringe Besserung gezeigt hat und in dem selbst von der evangelischen. Synode gegeißelten Organ des Abgeordneten für Friedeberg- Arnswalde, „Wahrheit", jüdische Inserate nur noch selten zu finden sind, dürste dies lediglich dem Umstande 311zusch reiben sein, daß die nach antisemitischen Kunden lüsternen jüdischen Geschäftsleute häufig auf die Nutzlosigkeit und das Unwürdige des Inserier en s in judenfeindlichen Blatte r n hingewiesen worden sind. Die Entschuldigung lautet dann gewöhnlich, es sei ihnen von den Jnseratenwerbern gesagt worden, die „Wahrheit" sei gar nicht antisemitisch, sondern nur „erotisch", die „Staatsbürger-Ztg." seit dem Regime Stöckers nicht mehr judenfeindlich, sondern nur noch „christlich-sozial".