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Im deutschen Reich · 1908-10-01 · Heft 10 (Oktober 1908) · p. 562

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 10 (Oktober 1908)
Article
Stöckers Januskopf
Date
1908-10-01
Page
562 (sequence 9)
Language
German
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562 Im deutschen Reich. linge von Slawen sind, dürfte übrigens Herrn Lienhardt auch nicht unbekannt geblieben sein. Woher der bittere Groll der Antisemiten gegen die sogenannte „jüdische Presse" stammt, ist kein Geheimnis, und wenn der Grund nicht vorher schon vielen bekannt gewesen wäre, würde er durch den Sprechsaal der „Staatsbürger- Ztg." vom 22. August offenbar geworden sein. Dort wird die Frage: „Wie kann der alles beherrschenden j üdi s chen P r e s se e n t g e g e n g e tre t e n werd e n?" wie folgt beantwortet: „Der Staat würde viel vermögen, wenn er das durchschlagende Mittel anzuwenden unternehmen wollte. Es ist einfach: Verstaatlichung des Jnseratenwesens der Zeitungen. Die jüdischen Blätter nähren sich vorzugsweise von den gewaltigen Kontributionen, die sie aus ihren Inseraten ziehen. Diese machen das Zeitungsunternehmen zu einem lukrativen Geschäft. Diesen Gewinn könnte der Staat haben. Es ist ein Unfug, daß politische Zeitungen zugleich Annoncenblätter sind. Sie arbeiten in Politik und nähren sich von einem ganz anderen Gebiet, auf das schon der Kontrolle wegen der Staat und die Gemeinden ein Recht haben. Es wäre zu weitführend, näher darauf einzugehen, wie der Staat das Jnseratenwesen handhaben sollte; aber das ist gewiß: die jüdische Presse wäre das deutsche Volk los: denn wenn es kein einträgliches Geschäft mehr ist, Zeitungen zu edieren, treten die Juden von selbst davon zurück." Daß der „Antisemiten-Moniteur" weniger für die Preßfreiheit als für den Inseraten fang schwärmt, ist zwar nicht neu, aber der in diesem Sprechsaal entwickelte Zynismus wirkt doch belustigend. Wie das JnseratengeschÜft manchen den Antisemiten sehr nahestehenden konservativen Blättern kaum minder wichtig erscheint als ihre politischen Interessen, zeigt der Eifer, mit dem die „Deutsche Tageszeitung" der „Kreuz-Ztg." Konkurrenz zu machen sucht, und der Zorn, mit dem das letztere Blatt sich gegen diesen Wettbewerb einer Gesinnungsgenossin durch nachstehende Veröffentlichung zu wehren sucht. „Wiederholt werden wir aus unserem Leserkreise darauf aufmerksam gemacht, daß dem I n s e r e n t e n nach Einrückung einer Familienanzeige in unserer Zeitung

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