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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 520

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
Berlin
Date
1908-09-01
Page
520 (sequence 3)
Language
German
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520 Im deutschen Reich. in dem Husumer Bürgermeister jüdisches Blut stecke, frei erfunden. Prof. Or. Walter Schücking aus Marburg erklärte: „Wir sollen in der vierten Generation von Juden abstammen; davon ist keine Rede. Wir können unseren Stammbaum für m ehrere I ci h r t) u n b e r t e jederzeit offenlegen. Meine Urgroßeltern waren: Der Dr. jur. Paulus Modestus Schücking, Friedensrichter zu Clemenswerth bei Meppen, und Ehefrau Katharina, geb. Busch, Tochter des Stadtrichters zu Dülmen i. W. Wahrscheinlich will die Behauptung meine Urgroßmutter Schücking, die genannte Katharina Busch, als Jüdin hinstellen, weil ihr Sohn, mein Großvater, Levi.n hieß. Der Vornameist aber im k a t h. Heilige nkalen der enthalten, mit Lebuin identisch und findet sich gerade in alten Familien häufig, z. B. heißen die Grafen von Wolfs- Mette r n i ch fast alle so; auch Graf von W i tz i n g e - rode, der als Führer des Protestantenvereins hervorgetreten, hieß so. Daß die Urgroßmutter Busch keine I ü d i n, geht aus jeder Biographie von Annette von Droste hervor, die auf Kath. Busch eines ihrer schönsten Gedichte gemacht hat." — Das gegen den Bürgermeister Schücking eingeleitete Disziplinarverfahren auf Amtsentsetzung hat mit Recht in weiten Kreisen Aussehen erregt. Eine Aufklärung über den Fall liefert die im Buch Verlag der „Hilfe", G. m. b'. H., Berlin-Schöneberg, erschienene Schrift des Marburger Professors der Rechte, Dr. Walt h e r S ch ü cki n g: . „Das Anklagematerial der Königlichen Regierung gegen den Bürgermeister Dr. Lothar Schücking in Husum." — Der „Vorwärts" verweist daraus, daß das Organ des Deutsch-nationalen H a n d l u n g s g e h i l f e n - V e r - bau des, die „Deutsche Han'delswacht", am 15. Juli in einem Artikel über „Die Berufswahl der schulentlassenen Jugend" sich wie folgt geäußert hat: „. . . . Trotzdem ist das Handelsgewerbe eins von denen, die noch am stärksten einen Einschlag besserer Vorbildung aufweisen. Immerhin ist der hohe Prozentsatz der Volksschüler ein Zeichen davon, daß dem Stande viel minderwertiges Material zugeführt wird. . . Dazu bemerkt der „Vorwärts": „Weil nicht alle Schüler das Ziel der Volksschule erreichen, sind diejenigen Volksschüler,, die in den Handlungsgehilfen-

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