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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 519

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
Berlin
Date
1908-09-01
Page
519 (sequence 2)
Language
German
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LI 9 Korrespondenzen. zweiter Klasse zu degradieren und ohne Rücksicht ans ihre sonstigen Qualitäten von der aktiven Beteiligung im Vereine auszuschließen. Die Rechtloserklärung einer Gruppe von Mitgliedern, denen man nichts vorwerfen kann als ihren Namen, hat mit dem politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Antisemitismus nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um die schroffe Durchbrechung der Gepflogenheiten der wissenschaftlichen Körperschaften, die auch in den vom Antisemitismus am lebhaftesten durchtobten Zeiten und Ländern einen neutralen Boden darstellten, auf dem alle wissenschaftlichen Arbeiter Platz fanden. In dem von Vorurteilen diktierten Verlassen eines in der Wissenschaft sonst hochgehaltenen Prinzips erblicke ich eine große Gefahr für das Gedeihen des Vereins selbst." Bemerkenswert ist, daß der Berichterstatter über die Darmstädter Versammlung, Schularzt Dr. Kraft in Zürich, in derselben Nummer der Zeitschrift, die obigen Artikel des Dt. Moses bringt, schreibt: „... Nur so darf es erklärt werden, wenn verdiente Mitarbeiter auf dem Gebiete der Schulgesundheitspflege aus rassenpsychologischen Gründen an die Wand gedrückt und hinsichtlich praktischer Mitarbeit kalt gestellt werden. Das ist bedauerlich und fördertgewiß die Arbeitsfreudigkeit und die lebhafte Beteiligung an den Fragen der Schulgesundheitspslege in keiner Weise." — Wir hoffen, daß der geradezu haarsträubende Vorgang in den beteiligten Kreisen die verdiente Berücksichtigung finden und lebhafte Proteste veranlassen wird. — Die „Deutsch-sozialen Blätter" eifern gegen den gemaßregelten Bürgermeister von Husum und dessen, freiheitliche Gesinnung. Dies veranlaßt die „Welt am Montag" zu der nachstehenden Aeußerung: „Interessant ist es, wie sich das Antisemitenblatt den „nihilistischen, jeder staatlichen Ordnung abholden Zerstörungsiustinkt" Schückiugs erklärt. Es hat berechnet, daß sich in Schückings Adern „sich; Judenblut" befindet. Run missen wir es wenigstens. Was nützen 15/i6 Germanenblut? Das eine lumpige Sechzehntel Judenbtut paralysiert sie, zersetzt sie, vergiftet sie — mit einem Worte: macht aus einem normalen königlich preußischen Bürgermeister einen Kerl, vor dem jeder freiheitlich gesinnte Mensch dankbar und anerkennend seinen Hut abzieht." — Uebrigens ist die Behauptung des Antisemitenblattes, daß

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