Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 512 (sequence 8)
- Language
- German
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512 Im deutschen Reich. weit bessere Bürgschaft für die Abwehr alter äußeren Feinde liegt in der Einigkeit, von der die oben zitierten Worte des Generalobersten v. Loe sprachen. In der „Boss. Ztg." ist in einem Artikel: „Gin antisemitischer Protest gegen den Kaiser:" gesagt worden: „Wir verstehen es nicht, daß so lange bei der Entscheidung über die Befähigung zum Offizier konfessionelle Rücksichten Geltung haben konnten. Nur die Tüchtigkeit allein soll entscheidend sein. Wir v e r st e h e n e s nicht, daß beim Offizierersatz bisher nicht jene Auffassung zum Ausdruck gebracht worden ist, die aus dem Erlaß des Kaisers Friedrich nach seiner Thronbesteigung sprach: „Ich will, daß der seit Jahrhunderten in meinem Hause heilig gehaltene Grundsatz religiöser Duldung auch ferner allen meinen Untertanen, welcher Religionsgemeinschaft und welchem Bekenntnisse sie auch angehören, zum Schutze gereiche. Ein jeglicher unter ihnen steht meinem Herzen gleich nahe haben doch alle gleichmäßig in den Tagen der Gefahr ihre volle Hingebung bewährt." Wiederholt haben die Vertreter der freisinnigen Parteien im Reichstag dem Wunsch Ausdruck gegeben, daß Soldaten jüdischer Konfession weder bei ihrem Eintritt in das Heer noch bei der Wahl zum Offizier schlechter behandelt werden als ihre christlichen Kameraden. — Abg. Kopsch teilte dem Vertreter der Heeresverwaltung auch eine Reihe von Fallen mit, als Beweis für die Zurücksetzung von Juden in der Beförderung zum Reserveoffizier, und Generale leutnant Sixt von Arnim versprach eine gewissenhafte Prüfung dieses Materials. Wenn das Ergebnis dieser Prüfung zu dem Erlaß geführt haben sollte, der die Entrüstung der Antisemiten erregt hat, so würde der Entschluß des Kaisers in weiten Kreisen mit lebhafter Genugtuung begrüßt werden. Die Militärverwaltung — davon können die Antisemiten fest überzeugt sein — wird sicherlich wie bisher auch i n Z u - kunft darüber wachen, daß die Schlagfertigkeit des Heeres nicht nur in vollem Umfange erhalten bleibt, sondern noch w e i L e r verstärkt wird. S i e w i r d k e i n e n S o l d a t e n z u m Offizier befördern, der nicht wirklich allen Anforderungen entspricht, die an einen F ü h r e r im Kr i e g ege st e il t werden m ü s s e n. Sie wird aber ganz