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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 511

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-09-01
Page
511 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. oir chauvinistischen Reden und durch das Hervorkehren eines für die Nachbarvölker verletzenden Rassendünkels in einer uni Zündstoff ohnehin reichlich erfüllten Atmosphäre die bisherige Friedenspolitik der Reichsregiernug gefährden, andererseits aber die Feinde Deutschlands dadurch zu Angriffen ermutigen, deren Erfolg ihnen durch die innere Zwietracht möglich erscheint. Einzelne im-antisemitischen Lager befindliche Kriegshetzer haben die Vorgänge in Marokko und in Mazedonien dazu benutzt, die auswärtige Politik der Reichsregierung vollständig herabzuwürdigen. Der dem Bunde der Landwirte und den Deutsch-Sozialen nahestehende „Göttinger den sehe Bot." äußerte sich über das von der französischen Regierung bekanntlich sofort abbefohlene Vorgehen des Generals d'Amade bei der Besetzung von Asamur wörtlich wie folgt: „Lassen wir uns auch dies Neueste noch gefallen, so stehen wir vor der ganzeil Welt da als die Leute, denen man alles bieten und die man überall ungestraft beiseiteschieben darf. Sind wir- D e u tsche n w i r k l i ch soweit h e r u ntergeko m nt c n oder h a ben wir eine elende, feige n n d j ü m m erliche Regierung, die wie 1806 den festen Entschluß nicht finden kann, -solange es die rechte Zeit ist?" Diese Fanfarenrede des Göttinger Blättchens, das eine sofortige Kriegserklärung herbeiwünschte, ist aber keine vereinzelte Stimme ans deur deutsch-sozialen Lager. Die antisemitischen „Deutsch- Sozialen Blätter" erklärten, als in Döberitz angesichts der drohenden Lage die Worte sielen: „L a ß s i e n u r k o nt m e u, io i r sind bereit!" Wir verstanden damals unseren Herrscher. Ja, laßt sie nur kommen: wir sind bereit, Gut und Blut für Kaiser und Vaterland einzusetzen. Und wenn Feinde ringsum waren, wir werden dennoch siegen und sie in ihrem Uebermut zu Boden werfen, so lange wir eine gute, schlagfertige Armee ins Feld stellen können." Diese Aeußerung beweist, daß die Antisemiten doch nicht ganz Unrecht hatten, als sie bekannten: „Wir verstehen unseren Kaiser nicht!" : I j; ' . i Für das französische Kaiserreich war es einst verhängnisvoll, daß ans die Frage Louis Napoleons, ob die A r m e e. sch l a g f e r r i g sei, der französische Kriegsminister in seiner Verblendung erwiderte: „Wir sind erzbereit!" Eine

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