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Im deutschen Reich · 1908-09-01 · Heft 9 (September 1908) · p. 513

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 9 (September 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-09-01
Page
513 (sequence 9)
Language
German
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Umschau. erheblich dazu beitragen, daß das Vertrauen Zu der Stärke unserer Armee wächst, wenn inr Volke die Gewißheit herrscht, daß allein und ausschließlich die Befähigung den Ausschlag gibt bei der Auswahl des Nachwuchses für unser Offizierskorps und nicht irgendwelche Rücksichten anderer Art, und daß wirklich alle dazu Befähigten, die dem Baterlande inr Heere, dienen wollen, hierzu auch Gelegenheit finden/' Von angeblich zuverlässiger Seite ist verschiedenen konservativen Blättern nachträglich mitgeteilt worden, es sei f eine b e s o n d e r e K ci b t n etLs o r d r e wegen der Zulassung zur Reserveoffiziers-Aspiranten Ausbildung erlassen worden, sondern nur eine Vers ü g u n g d e s K r i e g s - Ministeriums ergangen, welche ältere, bereits bekannte Bestimmungen über diese Angelegenheit von neuen: ins Gedächtnis zurückruft, da hierzu Be r a n i assung v orla g. In der Ordre wird darauf aufmerksam gemacht, daß sowohl bei der Zulassung der Einjährigfreiwilligen zur Vorbereitung zur .Reservevffiziers-Aspiranten-Ansbildung als auch bei der darauffolgenden Prüfung vor Beendigung der einjährigen Dienstzeit, bei den dann abzuleistenden Bedungen A und B mit Prüfungen sowie bei der Wahl zum Reserveoffizier w e b e x der Stand des Vaters noch etwa die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft von Einfluß sein sollen. Es soll vielmehr lediglich die moralische und dienstliche Führung für die Zulassung zu der erwähnten Ausbildung und für die Wahl zürn Reserveoffizier maßgebend sein. Die Worte, „d a hierzu Veranlassung vorlag", sind bedeutsam; sie lassen hoffen, daß das Kriegsministerium einen Wink mit dem Laternenpfahl erhalten hat, der kein Mißverständnis zuließ. An maßgebender Stelle ist man jedenfalls darüber nicht im Zweifel, daß der bezügliche Mißstand einer baldigen energischen Abhilfe bedarf, die nicht nur von weiten liberalen Kreisen, sondern auch von solchen des Zentrums als dringend erforderlich erachtet wird, um den Grundsatz der Gleichberechtigung auch auf diesem Gebiete zur Geltung zu bringen und der Oeffentlichkeit zu beweisen, daß sich die deutsche Heeresverwaltung nicht vor den antisemitischen Schreiern und Aufwieglern fürchtet. Bei jeder Gelegenheit erweist es sich, daß die Taktlosigkeiten der deutsch-sozialen Chauvinisten das Ansehen Deutsch-

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