Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 9 (September 1908)
- Article
- Verkehr mit Rußland
- Date
- 1908-09-01
- Page
- 486 (sequence 4)
- Language
- German
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486 Im deutschen Reich. vorher die Erlaubnis der russischen Regierung erhalten zu haben. Unsere Regierung ist mit dieser russischen gesetzlichen Bestimmung nicht einverstanden, aber ein amerikanischer Bürger, der früher Untertan Rußlands war und dorthin zurückkehrt, bringt sich selbst in das Geltungsbereich des russischen Gesetzes und hat gegen dessen Wirkungen keinen Schutz zu erwarten. Juden, gleichviel ob sie früher russische Untertanen waren oder nicht, werden in Rußland ohne vorherige Erlaubnis der russischen Regierung nicht zugelassen, und das amerikanische Departement wird früheren russischen Untertanen oder Juden, die nach russischen Gebieten reisen wollen, keine Pässe erteilen, wenn es si ch nicht vorher vergewissert hat, daß die russische Regierung mit ihrer Zulassung einverstanden ist. Niemand aber wird in Rußland ohne einen Paß zugelassen, der von einem Diplomaten visiert ist. Staatsdepartement, Washington, 28. Mai 1907. E l i h u R o o t. M r. H a r r i s o n: II wünsche das Haus darüber aufzuklären, daß das Staatsdepartement in diesem Zirkular nicht nur früheren Untertanen Rußlands, sondern allen Juden in den Vereinigten Staaten den amerikanischen Paß versagt. Nun, das ist das überraschendste und beklagenswerteste Kapitel der amerikanischen Staatskunst. Bor 4 Jahren habe ich in dem Repräsentantenhause Gelegenheit gehabt, einen Bortrag über die Frage zu halten, wie Rußland den amerikanischen Paß entehrt. Damals ist, hauptsächlich infolge der Bemühungen meines Kollegen aus Newyork (Mr. Goldfogle), von dem Repräsentantenhause eine Resolution angenommen worden, wonach der Präsident'der Vereinigten Staaten ersucht wurde, Verhandlungen mit den ausländischen Regierungen zu erneuern, bei denen zwischen den verschiedenen Klassen amerikanischer Bürger ivegen ihres Religionsbekenntnisses Unterschiede gemacht werden, damit allen amerikanischen Bürgern eine gleichmäßige Behandlung gesichert wird. Das berührt unsere nationale Ehre sehr nahe und scheint ein Angriff auf die politische Gleichberechtigung, die für uns im Blut und Schweiß unserer Borfahren geschmiedet worden ist. Noch vor kurzer