Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 463 (sequence 8)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 463 Blätter" mit dem Ersuchen um Veröffentlichung einer Berichtigung nachstehenden amtlichen Ausweis des Meldeamts der Stadt Duisburg zu übermitteln: „Karl Maxeiner: Wohnung seit 10. 2. 08. M. Styrum, Grenzstraße 95. Berus: Handlungsgehilfe. Geb.: 25. Mai 1879 in Bördorf-Unterlahn, Konfession: e v a n g e l. Woher gekommen: Meiderich. Wann: 19. 12. 06. Verheiratet: ledig. Name der Eltern: Witwe Philipp Maxeiner, Bertha, geb. Maxeiner, evange l." — Daß die Redaktion der „Deutsch-sozialen Blatt." den Sachverhalt ihren Lesern vorenthalten würde, ließ sich unschwer voraussehen. Die Juden ungerecht zu verunglimpfen, gehört ja zum Geschäft. — Einen weiteren Versuch, einen mit den Gesetzen in Konflikt geratenen Christen künstlich zum Juden zu machen, haben sich die „Deutsch-sozialen Blätter" am 6. Juni geleistet, indem sie unter der Ueberschrift: „Ein gesetzeskundiger Drückeberger" über die am 27. Mai vor dem Kriegsgericht in Lübeck erfolgte Verurteilung des Musketiers Buschow, der sich auf betrügerische Weise der Wehrpflicht entzogen hat, in folgender Weise berichteten: „Bu s ch o w - B u s ch o ff wurde Oktober 1907 als Rekrut eingezogen und mußte natürlich gleich in den ersten Tagen als Revierkranker behandelt werden. Er verlor absichtlich einige nach Paris gerichtete Briefe, die ihn als einen Spion erscheinen ließen. Das Verfahren gegen den Verdächtigen war ergebnislos, da er geschwindelt hatte. Aber seine Entlassung aus dem Militärdienst mußte erfolgen, da nach dem Gesetze ein des Landesverrats Verdächtiger kein aktiver Soldat sein kann. Der Schlauberger hatte zwar sein Ziel erreicht, aber nunmehr erhob die Behörde Anklage wegen Simulation. Tie Verhandlung wurde ausgesetzt, um einige Zeugen hören zu können. Hoffentlich gibt man dem Helden, der nicht zwei Jahre dienen wollte, die Gelegenheit, mindestens vier Jahre in einem Arbeitshause über seine Schlauheit Nachdenken zu können. Daß es sich hier um einen Juden handelt, dürfte daraus zu schließen sein, daß sein Vornameso ängstlich geheim gehalten wird." — Wir haben sofort in Lübeck und dann bei dem Einwohner-Meldeamt des Königl. Polizei-Präsidiums zu Hannover über die Personalien dieses Buschow Erkundigungen einziehen lassen und erfahren, daß der Handlungsgehilfe Johannes Buschow als Sohn des