Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1908-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1908) · p. 464

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1908)
Article
[Ohne Titel]
Date
1908-07-01
Page
464 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2316602-2316766-2316774--18047-2340410
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

464 Im deutschen Reich. evangelischen Oberingenieurs Paul Buschow und der 1904 verstorbenen Frau Dorothea, geb. Nicolai (luth.), in Lübeck geboren wurde und zuletzt in Hannover wohnhaft war. Der Lübecker „General-Anzeiger" berichtete am 31. Mai in ausführlichster Weise unter der Ueberschrift „Landesverräter oder Simulant?" über die stattgehabte Verhandlung vor dem Kriegsgericht der 17. Division. Die Annahme, daß der schon früher wegen Wechselfälschung und Betrug mit einem Jahr zwei Monaten Gefängnis vorbestrafte Buschow in die bekannte Landesverrats-Angelegenheit Schiwara verwickelt sei, hat sich danach nicht als zutreffend herausgestellt. Daß er sich aber nur selbst des Landesverrats verdächtig gemacht hat, um sich vom Militärdienst zu befreien, stellte der Angeklagte in Abrede. Der Antrag, Buschow aus feinen Geisteszustand untersuchen zu lassen, ist aber vom Kriegsgericht abgelehnt und eine weitere Erhebung in Hannover beschlossen worden. — Sollte Abg. Liebermann v. Sonnenberg, der bei dem Festessen auf dem Dampfer „Amerika" im Namen der Abgeordneten das „deutsche Unternehmen" Ballins bejubelte und der sich, wie behauptet wird, von den „Deutsch-sozialen Blättern" losgesagt haben soll, später irgendwie einmal straucheln, dann sind wir nicht davor sicher, daß auch er von dem eigenen Antisemitenblatt auf Grund seines bei den Juden ziemlich häufigen Namens uns einmal an den Rockfchoß gehängt wird. Rien n7est sacre pour un sapeurl Briefkasten. Th. 2t., Berlin. Dem bekannten Literarhistoriker Adolf Bartels in Weimar, von dem einst später Enkel künden werden, „das war der Mann, der immer auf Heine geschimpft hat", ist der jetzt häufig vorkommende Ausspruch, daß der Antisemitismus n i dy t v o r n e h m sei, offenbar peinlich geworden. In einem mehrere Spalten füllenden Artikel verteidigt er den ihm lieb gewordenen Antisemitismus gegen diesen Vorwurf und versichert dabei, daß die letzte Säule der antisemitischen Demagogie in dem Grafen Pückler dahingesunken sei und der Antisemitismus sich bei seinem Kampfe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.