Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 457 (sequence 2)
- Language
- German
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VereinsncrchrichLew 457 östlichen Provinzen steckt. Diesen Werdegang zu fördern, ist unser Bestreben; unermüdlich werden wir uns als Deutsche und als Juden gegen alles wenden, was unsern Glaubensgenossen den Aufenthalt im den Ostmarken verleiden könnte. Deshalb haben wir auch vor kurzer Zeit Gelegenheit genommen, folgende Eingabe an den Kultusminister zu richten: Berlin, den 31. März 1908. Ew. Exzellenz beehrt sich der Unterzeichnete Vorstand des mehr als 120 000 deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens umfassenden Central-Vereins nachstehenden Vorgang ehrerbietigst zu unterbreiten: In der amtlichen Direktorenversammlung in der Provinz Posen 190?, bei der die Königliche Regierung unter anderem durch den Provinzialschulrat Professor Dr. Wege und den Geheimen Oberregierungsrat M atthia s vertreten war, hat der Professor Dr. A. v. Sanden, Direktor des Comenius- Gymnasiums zu Lissa, am 7. Juni einen Bortrag über das Thema: „Was kann die höhere Schule der Ostmark tun, um das Heimatgefühl in der ihr anvertrauten Jugend zu wecken und zu vertiefen?" gehalten. Hierbei hat der Vortragende nach der amtlichen Publikation „Verhandlungen Band 77, — 13. Direktorenversammlung in der Provinz- Posen —, Berlin, Weidmannsche Buchhandlung 1907" A. 115 ausgeführt: Die Frage sei zu beschränken 1. betreffs der polnischen Schüler, 2. auch die jüdischen Schüler seien nicht zu berücksichtigen, da bei ihnen von einem He i m a t s g e f ü h l nicht gesprochen werden könne — das wurde unter anderem begründet durch die Leichtigkeit, mit der die jüdische Bevölkerung ihren Heimatort aufgebe und nach dem Westen abwandere, wenn Gründe materiellen Vorteils vorliegen. Was bei der jüdischen Bevölkerung als Heimatgefühl gedeutet werde, sei im besten Falle Familiengefühl. Wie kaum angeführt zu werden braucht, liegt in diesem Vorwurf, die Juden hätten kein Heimatgefühl, eine schwere Kränkung der jüdischen Bevölkerung, gegen die wir Stellung nehmen müssen. Selbst wenn der Vorwurf richtig wäre und die Juden wirklich kein Heimatgefühl hätten, so wäre es