Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 435 (sequence 6)
- Language
- German
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Umscham 435 Vor: Königen z u glauben, welche alle Opfer an G u t - u n d Blut, an Leben und G es u ndheit über d e m Golde jüdische r Spekulanten zu vergessen scheinen. Wir bitten unsere F ü r st e n n i ch t, w i r drohen auch nicht; wir e r i n n ent n u r daran, da ß es H o h e n z o l l e r n gegeben hat, die n i e m a l s mit Worten sondern nur mit der Tat (!) die ersten Diener ihres Bolkes waren. Auf die Dauer kann die ernste Arbeit eines Fürsten nicht durch Reklame liberaler Zeitungen ersetzt werden. Wünschen die Hohenzollern, deren Geschlecht der Große Kurfürst, Friedrich Wilhelm I., Friedrich II. und Wilhelm I. entsprossen sind, daß die Mehrzahl des preußischen Volkes dem Ende ihrer Monarchie mit Gleichgiltigkeit entgegenzusehen lernt — dann ist jedes Wort gegen die neuen Freunde des preußischen Hofes überflüssig. Wir erhoffen für unser Vaterland ein besseres Los und wünschen dem Königlichen Hause, daß es ohne harte Schlage und ohne schwere Tage einsehen lernt, daß Friedländer und Cohn falsche Freunde der Könige sind." Für die Herren Friedländer und Cohn eine Lanze zu brechen, haben wir keinen Grund; aber die Mahnung des Herrn v. R., sich mehr mit historischen Betrachtungen zu beschäftigen, untre doch zunächst an ihn selbst zu richten. Wenn er sie beherzigte, dann würde er zugeben müssen, daß die ersten Urheber der französischen Revolution weder Bürger noch Arbeiter, weder Juden noch Judensprößlinge, sondern unzufriedene Edelleute und Weltgeistliche waren, daß es Adlige waren, die sich unterfingen, einem Markgrafen von Brandenburg hochverräterische Drohungen an die Kammertür zu schreiben, daß es seine Standesgeuossen waren, die am Anfang des 19. Jahrhunderts preußische Festungen den Franzosen auslieferten, während der Bürger Nettelbeck in der Festung Kolberg mutig Stand hielt. Und wenn er in der Gegenwart bessere Umschau hielte, dann würde er vielleicht auch die Wahrnehmung machen, daß seine Standesgenossen die besten Kunden der „Simplizissimus"-Nummern sind, daß dieses Münchener Blatt, für dessen beißendste 'Pasquille von der Antisemitenpresse mit Unrecht die Juden verantwortlich gemacht werden, weder von Juden verlegt noch von Juden redigiert wird. Im Grunde ist der Streit um die Freundschaft der Könige