Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-07-01
- Page
- 434 (sequence 5)
- Language
- German
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434 Iw deutschen Reich. modernen Zeitungsleser vergegenwärtigen sollte, wenn sein Auge in einen: Hofbericht aus die Namen Masse, Friedlander, Man heim er, Schwabach, Caro oder Simon fällt. Die atavistischen Begriffe jener „dunklen" Zeiten, in denen namenlose Orientalen mit ihren Bündeln auf denn Riieken an die Türen nuferer Vorväter klopften, sind ja überwunden — heute, wo die Töchter jener Moses mit den Gräfinnen Metternich und Sayn Arm. in Arm Theater spielen." Der tiefgekränkte Edelmann hätte gewiß lieber die von ihm der Elite zngerechneten Hohenau, Eulenburg und Lhnar bei der Wohltätigkeitsoorstellung gesehen, als die von ihm genannten semitischen Patrizier. Ihm imponiert es nicht, daß diese für wohltätige und öffentliche Zwecke, für die Förderung von Kunst und Wissenschaft uneigennützig bedeutende Summen geopfert haben. Er will mit seinen Standesgenossen nicht über Fragen des Geschmacks rechten, erachtet sich aber als berechtigt, wegen der „Liebhabereien des heutigen preußischen Hofes" mit dem „regierenden Fürsten" zu rechten und hat dabei die Kühnheit, wörtlich zu äußern: „Die Bahn, in welche das private Leben unserer Fürsten durch den Verkehr mit den Angehörigen niederer Rassen gelenkt wird, kann dem deutschen Volke nicht gleichgültig sein. Vorläufig haben wir noch kein Mittel, zu verhindern, daß der König von Preußen einer Horde gewissenloser Spekulanten das Prädikat des Adels beilegt, sich mit ihnen an einen Tisch setzt oder auf eine photographische Platte bringen läßt. W e n n a b e r S r. M a j e st ä t d e in K a i s e r d a b e i w o h l z u M u t e ist, s o i st e r f ii r das d e u t s ch e Volk rettungslos verlöre n." — Das Wörtchen „Vorläufig" läßt kein Mißverständnis zu, woraus Herr v. R. seine Hoffnungen setzt; er zitiert aus der Lebensbeschreibung des Herrn v. d. Marwitz den Satz: „In Europa können Revolutionen nur gelingen durch die Feigheit der Könige, die sich durch das Geschrei der Unruhigen betäuben lassen," und knüpft daran die echt antisemitischen Bemerkungen: „Dieser Ausspruch wird aufhören wahr zu sein, wenn die Könige fortsahren, das eigne Volk ihren neuen Freunden zu opfern. Dann wird selbst der mutigste Fürst die Revolution nicht mehr hindern können. E s iv i r d s e l bst de n D e u t s ch e n , d e m ruhigsten und treue st e n a l l e r V ö l k e r , a u f d i e D a u e r z u s ch w e r, a n d i e g ö t t l i ch e M i s s i o u