Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-06-01
- Page
- 371 (sequence 5)
- Language
- German
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. Vereinsnachrichren. 371 über das Borkum lieb im Herrenhause in Ihrer Zeitschrift, Nr. 5, erlaube ich mir, Ihnen folgendes zur eventuellen Verwendung mitzuteilen. Vor einigen Wochen empfing ich einen Prospekt des Nordsee-Hotel, Besitzer F. Schmidt, Nordseebad Borkum, und gleichzeitig die Mitteilung, daß Borkum neben vielen Vorzügen nunmehr einen ruhigen (fettgedruckt) Kuraufenthalt gewähre, weil die A b e n d ko n z e r t e nicht mehr störend einwirken. Ich schrieb darauf an den Besitzer des Nordsee-Hotels, F. Schmidt, und teilte mit Bezugnahme auf seinen 'Prospekt mit, daß ich die Absicht hätte, in diesem Jahre meinen Sommeraufenthalt in Borkum zu verleben, daß ich Jude sei, in seinem Hotel wohnen und bereits jetzt für mehrere Wochen ein Zimmer bestellen würde, wenn er mir garantiere, daß antisemitische Pöbeleien in seinem Hotel nicht vorkämen, damit der angepriesene ruhige Aufenthalt tatsächlich vorhanden wäre. Als Antwort empfing ich: „Im Besitz Ihres werten Schreibens teile Ihnen mit, daß ich Sie in jeder Weise in Schutz nehmen werde, eine Garantie für Andersdenkende zu geben ist mir jedoch nicht möglich Mehr kann man zunächst von den Bewohnern von Borkum nicht verlangen. Gegen antisemitische Pöbeleien einzelner Badegäste wird die Polizeiverwaltung, wenn sie sich nicht einer Pstichtvergessenheit schuldig machen will, den etwa nötigen Schutz gewähren. — Wir haben die Redaktion der von vielen Juden gern gelesenen Zeitschrift „Ueber Land und leer" darauf aufmerksam gemacht, daß in einem in ihrem Blatte veröffentlichten Artikel Friedrich Oertels „Im ostmärkischen Ansiedlungsgebiet" sich eine Stelle vorfinde, deren judenfeindliche Tendenz uns mit der sonst parteilosen Haltung der Zeitschrist im Widerspruch zu stehen scheine. Wenn der Bauer die schnelle jüdische Hilfe den langwierigen Formalitäten der Raiffeisenvereine oder der Hilfe des Fiskus vorziehe, der zwar nur 31/2 0/0 Zinsen, aber außerdem 3% % für die Amortisation verlange, so fei das doch weder dem Bauer noch dem jüdischen Geschäftsmann zu verübeln. Wohl aber könne man es dem Verfasser des Artikels verübeln, daß er dem Juden die Absicht insinuiert, bei dem billigen Darlehn durch den Vorbehalt