Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-06-01
- Page
- 370 (sequence 4)
- Language
- German
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370 Im deutschen Reich. schließen im Central-Verein, weil nur ein solcher Zusammenschluß die Möglichkeit gewährt, auch im politischen Getriebe eine gemeinsame Stoßkraft auszuüben. Der Erfolg wird nicht ausbleiben, wenn sie im Geiste der Ahnen fest Zusammenhalten. — Lebhafter Beifall folgte diesen Ausführungen. Im Namen des Central-Vereins-Vorstandes dankte Herr Rechtsanwalt Or. Brodnitz dem Vortragenden und betonte, daß der Kampf für die Gleichberechtigung nicht nur für die Juden geführt werde, sondern ein Kampf für ein Naturrecht und für die allgemeine Kultur sei. Dabei dürften die Frauen, die Erzieherinnen der Kinder, nicht Zurückbleiben; denn die Jugend, die die Zukunft für sich habe, müsse für diesen edlen, aber schweren Streit erzogen und gestählt werden. Das am 15. Mai in Kraft tretende Bereinsgesetz ermögliche es den Frauen, vollberechtigte Mitglieder des Central-Bereins zu werden und sich in diesem das Rüstzeug für diesen Beruf zu holen. Ihr Beitritt sei in hohem Grade erwünscht, ihre Mitarbeit fast unentbehrlich. — Der gleiche Gedanke wurde von Herrn Rabbiner Dr. Ackermann-Brandenburg zum Ausdruck gebracht, der der Arbeit des Central-Vereins und der Ortsgruppe Schöneberg die besten Erfolge wünschte, und betonte, daß diese nicht ausbleiben würden, wenn die Frau, die Hüterin der Treue und Standhaftigkeit, den Kämpfern für Recht und Wahrheit tatkräftige Unterstützung leihen würde. Beiden Rednern wurde Beifall gezollt, und auch die von Herrn Dr. D o m k e gebotenen, sich besonders auf den politischen Teil des Hauptvortrages beziehenden Ergänzungen, erweckten lebhafte Kundgebungen der Zustimmung. In dem Schlußwort gab der Referent nicht nur seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Versammlung mit seinen Ideen übcreinstimme, sondern auch dem Wunsche, daß dem Unwesen der systematischen Verleitung der Juden zum Glaubenswechfel, das darin bestehe, daß der Staat auf die Verleugnung der religiösen Ueberzeugung die Prämie der Anstellungsfähigkeit setze, endlich ein Ziel gesetzt werde. A. L. — Einen neuen Beweis dafür, daß die Bewohner von Borkum einsehen, wie schmachvoll und nachteilig ihnen das Treiben der antisemitischen Badegäste ist, liefert uns folgende Mitteilung unseres Vereinsmitgliedes, Herrn Erich Fried-! ä n d e r in K o t t b u s: „Mit Bezugnahme auf Ihren Artikel