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Im deutschen Reich · 1908-06-01 · Heft 6 (Juni 1908) · p. 352

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
14 (1908)
Issue
Heft 6 (Juni 1908)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1908-06-01
Page
352 (sequence 6)
Language
German
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352 Im deutschen 2teich. auch von der Haltung der Partei in lokalen Fragen beeinflllßt. Die „Trierische Larldeszeitung" beklagt die Haltung der israelitischen Kailfleute, die bei den Stadtverordnetenwahlen in der zweiten Klasse andauernd mit den Liberalen gestimmt haben, und sagt dabei: „Tatsache ist, daß die Juden in Orten, in denen die Anhänger der Zentrumspartei überwiegen, sich durchschnittlich weit wohler fühlen können, wie in vielen protestantischen Städten und Gegenden. Das werden sie auch selbst gewiß nicht leugnen. Es machen sich aber auch bereits Ansätze geltend, die darauf hindeuten, daß man wenigstens anderswo dieser Lage in etwas Rechnung zu tragen beabsichtigt. Sehen wir einmal auf Köln, dessen lokalpolitische Verhältnisse denen in Trier ziemlich verwandt, aber vom Standpunkte des Zentrums aus weit erfreulicher sind, wie in Trier." Die „Landeszeitung" fügt hinzu: „Die Herren sind ja sonst gute Mathematiker und wissen fein zu unterscheiden. Sie sollten sich auch in Trier nicht einfach durch die bloße Phrase blenden lassen." Das sollte die Zentrumspresse selbst zuerst beherzigen; den guten Mathematikern genügen eben tolerante Redensarten nicht; sie rechnen auch damit, wie die Liberalen und wie die Zentrumsmänner in den letzten Jahren im Landtage in Judenfragen gestimmt haben. Das von jeder Fraktionspolitik sich fernhaltende Wahlprogramm unseres Central-Vereins schließt jedes Mißverständnis ans und ist so bekannt, daß es für die jüdischen Wähler zum Landtage keiner Richtschnur bedurfte und auch für künftige Reichstagswahlen kaum noch bedürfen wird. Jeder Jude schließt sich beliebig der Fraktion an, die seiner politischen lleberzeugung entspricht; in keiner aber kann und darf er die Wahl eines Antisemiten fördern helfen, sondern muß diese, auch auf die Gefahr hin, sich von seinen politischen Freunden zu trennen, bekämpfen. Höher als die Partei stehen Vaterland und Mannesehre, und beide schädigt, wer einem Antisemiten die Klinke der Gesetzgebung in die Hand geben hilft. Schwierig ist jedoch scheinbar die Stellung des preußischen Juden, wo dem radikalen Antisemiten gegenüber als aussichtsreicher Kandidat nur ein Konservativer in Frage kommt. In solchem Falle haben unsere Freunde bereits früher fast immer den konservativen Kandidaten offen befragt, wie er sich zu der Gleichberechtigung der deutschen CoitSprr ffoTTf imSS iro Wrhpn StpS rrnrh ieUi imh künitia tun. linier

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