Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 293 (sequence 5)
- Language
- German
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Umschau. 293 von vornherein aussichtslosen Versuch hereinzufallen. Es sollte durchaus kein Mitglied der Reichspartei, sondern ein Anhänger der wirtschaftlichen Vereinigung aus den Schild gehoben werden. Ter Erfolg ist klägliche Blamage und der Verlust eines konservativen Mandats an die Freisinnigen." Die „Kreuz-Zeitung" hat fast gleichzeitig mit den „Deutsch- Sozialen" gründlich abgerechnet und sich dabei wie folgt geäußert: „Leider haben sich die Deutsch-Sozialen wieder einmal als die Verderber konservativer Wahlaus - sichten bewährt. Wir haben von Anfang an aus unserem Bedenken darüber, daß unsere Parteifreunde in dem Wahlkreise sich auf ein Kompromiß zugunsten der Deutsch-Sozialen eingelassen haben, kein Hehl gemacht. Das Vertrauen zu dieser'Richtung ist überall im Volke stark geschwunden, sie hat noch ein paar Kreise aus den ersten Zeiten ihres Emporkommens gerettet, aber werbende Kraft besitzt sie nicht mehr. Die deutsch-soziale Kandidatur hat danach nicht sammelnd, sondern krästezersplitternd gewirkt. Obgleich die Wahlbeteiligung ebenso stark war wie im Vorjahre, sind die Stimmen für den rechtsstehenden Kandidaten von 11438 aus 6579 zurückgegangen, also um rund 5000, fast die Hälfte, gefunken. Das ist der größte Tiefstand, den die rechtsstehenden Parteien bisher seit Eroberung des Wahlkreises im Jahre 1893 aufweisen. So sehen die Früchte der dentschfozialen Kandidatur aus." Der konservative „Reichsbote" veröffentlicht am 4. April ein aus dem Wahlkreise datiertes Schreiben, in dem es hieß: „Die Deutsch-Sozialen sind nicht beliebt. Natürlich war gegen die sogenannten Antisemiten eine gewaltige Gegenagitation entfaltet, die einem Konservativen gegenüber ganz anders gewesen wäre. Ein zweites Mal wird der Bund der Landwirte hier wohl nicht wieder einen deutsch-sozialen Kandidaten akzeptieren! Durch Schaden wird man klug. Tie Ruhmredigkeit der deutsch-sozialen Führer hat so kläglich geendet. Sie behaupteten nämlich, den Wahlkampf ganz allein machen zu können; ihre Anhänger hätten bereits dem Fürsten zum Siege verholfen." Das Organ des „Bundes der Landwirte", die „Deutsche Tageszeitung", verhüllt natürlich die bittere Enttäuschung möglichst, kann sich aber doch der Bemerkung nicht enthalten, daß man u i ch t allerorten die