Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 14 (1908)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1908)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1908-05-01
- Page
- 291 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 291 nicht völlig aussichtslos war, i st i n s o in e i i c n Kr eisen befannt, daß es eigentlich kaum der Mühe verlohnt, ein Wort darüber zu verlieren. Wollten, wir beit ivenigen, die sich darüber die Köpfe zerbrechen, ob wir zu viel oder zu wenig getan haben, öffentlich Rechenschaft oblegen, so hieße das nur, Wasser ans die Mühlen unserer Gegner liefern und diesen die erwünschte Möglichkeit bieten, einen ihnen unbequemen Kandidaten als „I u d e n s ch ü tz l i n g" und eine ihnen entgegenarbeitende Partei als „In den schutztruppe" zu bezeichnen und bei gewissen nicht ganz charakterfesten Wählern zu diskreditieren." Diese Sätze haben das in Köln erscheinende Zentralorgan der zionistischen Bewegung „Die .Welt" zu einer Entgegnung veranlaßt, in der betont wird-, daß ein solches Bescheiden wohl den Satzungen des Eentral-Bereins entsprechen möge, aber den Bedürfnissen der deutschen Juden nicht genüge. Nicht nur die entschiedenen Gegner der Emanzipation müßten bekämpft werden, sondern auch die, die nicht entschiedene Freunde der Gleichberechtigung feien. Das gehe aber, wie in dem Artikel richtig bemerkt wird, nicht nur über die Möglichkeiten, sondern auch über die Absichten des Eentral-Bereins hinaus. Der Verfasser des „Welt"- Artikels verlangt trotzdem — wenn der Central-Berein nach wie vor seinen Mitgliedern die Wahl ihrer politischen Parteizugehörigkeit nicht beschränken will — eine aftivexe Iuöenxolitik, eventuell durch eine andere politische Organisation von deutschen Juden und prophezeit einen für die preußischen Juden kläglichen Ausgang der preußischen Landtagswahlen, wenn dieser Weg nicht eingeschlagen wird. Mit dem Weissagen in politischen Dingen ist es immer übel bestellt; aber ob mit einer „aktiven Judenpolitik" ein besseres Ergebnis als bisher bei den preußischen Landtagswahlen zu erzielen sein würde, scheint uns doch sehr zweifelhaft. Ter Spott des Welt-Artikels, daß bei der bisherigen Taktik „vielleicht wieder unsere berühmte „Sechs" in das Abgeordnetenhaus einziehen wird", verfangt nicht; die Mehrheit der preußischen Juden zollt sicher dem Verhalten der jüdischen Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses die Anerkennung, daß sie geleistet haben, was man von ihnen in einem so ungünstigen Milieu billiger-